Fremdwährungskredit: Verwirrung

Briefkurs oder Ankaufskurs

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KONSUMENT 5/2011 veröffentlicht: 15.04.2011

Inhalt

"Ich habe einen Fremdwährungskredit und kenne mich mit den Begriffen Briefkurs und Ankaufskurs nicht aus ... " - In unserer Rubrik "Tipps nonstop" stellen Leser Fragen und unsere Experten geben Antwort - hier Walter Hager.

Walter Hager (Bild: VKI)
Walter Hager

"Bei meinem Fremdwährungskredit soll die Rückzahlung der Zinsen laut Vertrag nach dem Devisenbriefkurs erfolgen. Dieser soll höher sein als der Devisengeldkurs. Meine Bank gibt auf ihrer Homepage auch die Kurse für An- und Verkauf von Devisen an. So bin ich draufgekommen, dass mir die Bank bei meinen Zahlungen den niedrigeren Kurs verrechnet. Können Sie diese Verwirrung aufklären?"

Die Verwirrung kommt daher, dass die Begriffe Briefkurs und Ankaufskurs nicht dasselbe meinen. Gleiches gilt auch für die Begriffe Geldkurs und Verkaufskurs. Die Begriffe Devisenbriefkurs und Devisengeldkurs betreffen ausschließlich das Verhältnis zwischen dem Verkäufer oder Käufer und der fremden Währung. Die dazwischengeschaltete Bank bleibt dabei unberücksichtigt.

Ausländische Währung kaufen

Der Devisengeldkurs ist jener Kurs, zu dem der Kreditnehmer die ausländische Währung verkauft, etwa bei der Aufnahme des Fremdwährungskredit. Sämtliche Rückzahlungen wie Tilgung und Zinsen werden zum Devisenbriefkurs abgerechnet. Der Devisenbriefkurs ist außerdem jener Kurs, zu dem die ausländische Währung bei Ablauf des Kredites oder bei einer Konvertierung gekauft wird.

Der Kunde verkauft also die bei der Kreditaufnahme gekauften Schweizer Franken. Im Gegensatz dazu sind die Begriffe Ankaufs- und Verkaufskurs ausschließlich bankinterne Begriffe und meinen den Kurs, zu dem die jeweilige Bank die fremde Währung an- oder verkauft.

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