Fremdwährungskredite

Harakiri-Pakete

Seite 1 von 6

Nächsten Inhalt anzeigen
Konsument 5/2000 veröffentlicht: 01.05.2000

Inhalt

Darlehen in Fremdwährungen werden massiv propagiert. Die Anbieter haben dabei nicht das Wohl der Kunden im Auge sondern ihr eigenes.

Bei flüchtigem Hinschauen wirkt der Unterschied faszinierend. Der Schillingkredit kostet 5,25 Prozent Zinsen, der Schweizer-Franken-Kredit 3,5 Prozent. Mitarbeiter von Strukturvertrieben (so genannter „Drei-Buchstaben-Firmen“), aber auch Angestellte mancher Banken machen dafür heftig Reklame. Nirgendwo in Europa werden so viele Kredite in Nicht-Euro-Währungen aufgenommen wie bei uns. Dass manche Kreditnehmer damit schon schmerzhaft auf die Nase gefallen sind (siehe dazu: Weitere Artikel - "Wohnfinanzierung"), geht dabei unter.

Nur für Kenner und Finanzstarke

Für Unternehmen auf internationalen Märkten oder für Wohlhabende mit profunden Finanzkenntnissen können Fremdwährungskredite sinnvoll sein. Nicht aber für kleine Häuselbauer, die ihren Lebenstraum von den eigenen vier Wänden durch eifriges Sparen und mit viel Eigenleistung verwirklichen. Nicht nur, dass ihnen mangels Reserven der Atem ausgehen kann. Sie sind mit diesem komplizierten Finanzinstrument meist überfordert. Und ihre Geldgeber machen es ihnen nicht gerade leichter. Ein Franken- oder Yen-Kredit muss ständig beobachtet und aktiv gemanagt werden. Und da spielen Banken oder Finanzberater oft nicht mit. Im Gegenteil: Sie profitieren von der Unkenntnis ihrer Kunden.

Bewertung

Wertung: 0 von 5 Sternen
Weiterlesen
KONSUMENT-Probe-Abo