Fremdwährungskredite: Franken und Yen

Haus und Hof verspielen

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Konsument 7/2007 veröffentlicht: 25.06.2007, aktualisiert: 04.07.2007

Inhalt

Studie des Ministerium für Soziales und Konsumentenschutz bestätigt gravierende Nachteile.

25 anonyme Angebote eingeholt

Rund ein Drittel aller Kredite lauten in Österreich auf Fremdwährungen. Daher hat das Ministerium für Soziales und Konsumentenschutz dazu eine Studie erstellen lassen. 25 Angebote wurden anonym eingeholt und bewertet. Fremdwährungskredite sind riskante Spekulation. Dennoch wurde nur in einem von 25 Beratungsgesprächen ein schriftliches Kundenprofil zur Erhebung der Risikofähigkeit erstellt. Aufgeklärt wurden die Erheber über die Risiken in den meisten Fällen nicht. Die Kosten waren in den Vertragsentwürfen meist nicht vollständig angegeben. Die Möglichkeit, jederzeit zu fixen Konditionen in einen Eurokredit zu wechseln, gab es nur in einigen Fällen, obwohl dieses Konvertierungsrecht das Währungsrisiko begrenzen würde.

Fremdwährungskredit: problematische Endfälligkeit

Problematisch ist auch die Endfälligkeit: Die Raten werden nicht laufend zurückgezahlt, sondern in einem Tilgungsträger angespart. Das ist meist eine Versicherung, deren Ertrag dann den Kredit begleichen soll. Das verursacht höhere Spesen als bei „direkter“ Ratenzahlung sowie die Unsicherheit, ob der Tilgungsträger wirklich den prognostizierten Gewinn abwirft.

Ministerium fordert gesetzliche Regelung

Der durchschnittliche Vorteil eines Schweizer-Franken-Kredits war bisher marginal. Gewonnen hat nur, wer sowohl für den Ein- als auch für den Ausstieg den richtigen Zeitpunkt erwischt hat. Von Yen-Krediten ist „normalen“ Kreditnehmern überhaupt abzuraten. Wegen der doch erschreckenden Studienergebnisse fordert das Ministerium eine gesetzliche Regelung für Fremdwährungskredite.

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