Garantieprodukte der Banken

Sicherheit hat ihren Preis

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Konsument 12/2004 veröffentlicht: 15.11.2004

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  • Hauptsächlich Anleihen
  • Kosten meist unklar
  • Nicht vorzeitig verkaufen

Banken und Versicherer bieten Garantieprodukte an

Die Kursabstürze der letzten Jahre sitzen den Anlegern noch in den Knochen. Mit Garantieprodukten wollen Banken und Versicherer jene Kunden ansprechen, die zwar überdurchschnittliche Erträge anstreben, gleichzeitig jedoch Kapitalverluste ausschließen möchten.

Bank splittet Kapital auf

Wie schon früher (siehe dazu: Weitere Artikel - " Finanzprodukte mit Kapitalgarantie ", und " Kapaitalgarantieprodukte ") haben wir uns diese Produkte genau angesehen. Denn: Was so viel versprechend klingt, muss für Anleger nicht unbedingt ein gutes Geschäft sein. Der Grund dafür liegt in der Konstruktion dieser Produkte und den damit verbundenen Spesen. Die Bank splittet das angelegte Kapital in zwei Teile. 80 bis 90 Prozent des Betrages werden in festverzinsliche Anleihen investiert. Diese sollen am Ende der Laufzeit mit den ausgeschütteten Zinsen die Höhe des Garantiebetrages erreichen. Mit den restlichen zehn bis 20 Prozent spekuliert die Bank, meist in Form einer Option auf einen Aktienindex.

Lange Liste an Nebenkosten

Geht alles gut, ist das Grundkapital gesichert. Mit dem Spekulationsanteil wird sozusagen die Butter aufs Brot erwirtschaftet. Allerdings, und das ist auch schon der erste Haken: Selbst wenn der Spekulationsanteil einen Gewinn von sagen wir 50 Prozent macht, so ergibt das bei einem Anleihenanteil von 90 Prozent auf das Gesamtinvestment nur einen Gewinn von fünf Prozent. Angesichts einer Laufzeit von fünf bis sieben Jahren eine eher matte Rendite. Zudem müssen von dieser Rendite noch etliche Posten abgezogen werden. An Offensichtlichem gibt es etwa die Kapitalertragsteuer, den Ausgabeaufschlag, die Spesen des Wertpapierkontos und die Depotgebühr. Hinzu kommen noch verdeckte Verwaltungskosten wie Managementgebühren oder Transaktionskosten beim An- und Verkauf jener Papiere, aus denen das Garantieprodukt zusammengesetzt ist. Einzig die „Capital Invest Osteuropa Garantie 10/2011“ der BA-CA ist bezüglich der Kosten transparenter. Es handelt sich nämlich um einen Investmentfonds, und Fonds müssen seit heuer mit der Kennziffer „Total Expense Ratio“ (TER) auch die meisten fondsinternen Kosten prozentuell angeben. Eine TER auch für andere Garantieprodukte wäre daher wünschenswert.

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