Geldanlage: Münzen

Falscher Glanz

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Konsument 6/2010 veröffentlicht: 27.05.2010

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Münzversandhäuser locken wieder mit Sonderangeboten. Von diesen Okkasionen sollte man sich nicht blenden lassen.

Vor Kurzem erhielten viele österreichische Haushalte per Post einen Gutschein über 66 Euro. Damit kann man einen bankfrischen österreichischen Euro-Münzensatz (plus Sonderprägung mit Goldauflage) um knapp 10 Euro kaufen. Doch der Nominalwert der Münzen beträgt 3,89 Euro. Bleibenden Wert hat nur ein Euro-Münzensatz in der Qualität "polierte Platte“. Der aber würde bei der Münze Österreich aktuell 75 Euro kosten.

Ähnliche fragwürdige Angebote von Münzversandhäusern tauchen immer wieder auf, beispielsweise 25-Schilling-Silbermünzen, die nachträglich mit einer Goldauflage versehen wurden. Gemeinsam ist diesen Angeboten von Münzversandhäusern, dass der Kaufpreis verschmerzbar niedrig liegt.

Geringe Wertsteigerung

Große Wertsteigerungen sind allerdings auch keine zu erwarten. So ist die Enttäuschung vorprogrammiert, wenn man eine ganze Serie solcher Stücke ohne Sammlerwert ersteht und später zu Geld machen will. Besonders vorsichtig sollte der Begriff "Sonderprägung“ machen. Darunter versteht die Fachwelt sogenannte Medaillen, die jeder prägen oder herstellen lassen kann. Möglicherweise bekommt man beim Verkauf lediglich den Altmetallwert. Für das Mitnaschen am derzeitigen Goldboom eignen sich solche Stücke nicht.

Wer Münzensammeln zu seinem Hobby machen will, kommt um etwas Fachkenntnis nicht herum. Ist man nicht sicher, ob das Versand-Angebot ein Schnäppchen oder ein Leger ist, sollte man sich bei einem Münzhändler oder einer auf Münzen spezialisierten Bank nach dem Wiederverkaufswert eines solchen Stücks erkundigen.

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