Geldanlage: prämiengeförderte Zukunftsvorsorge

Minus vorprogrammiert

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Konsument 6/2010 veröffentlicht: 19.05.2010

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Mehrere Fonds der prämiengeförderten Zukunftsvorsorge wurden „ausgestoppt“. Wie es dazu kam und wie Betroffene reagieren sollten.

Eine Kapitalgarantie ist gut. Aktien, die hohe Erträge möglich machen, sind ebenfalls gut. Eine Geldanlage, die beides verbindet, müsste demnach ganz ausgezeichnet sein. So dachte wohl der Gesetzgeber, als er die prämiengeförderte Zukunftsvorsorge (PZV) schuf. Dabei wird ein bestimmter Teil des investierten Kapitals (früher 40, seit Beginn dieses Jahres 30 Prozent) in hauptsächlich österreichische Aktien investiert. Aktien können bekanntlich bei günstiger Börsensituation tatsächlich mehr Ertrag abwerfen als Omas Sparbuch.

Belebung der Börse

Der Rest wandert in Anlagen mit fester Verzinsung (Anleihen, Deckungsstock einer klassischen Lebensversicherung). Diese Konstruktion sollte auch den Aktienmarkt an der Wiener Börse beleben. Und eine Zeit lang schien das Wachstumspotenzial heimischer Aktien tatsächlich grenzenlos zu sein.

Höheres Verlustrisiko

Dieser Traum ist ausgeträumt. Jetzt zeigen sich auch die Nachteile dieses Produkts. Eine Kapitalgarantie bei gleichzeitig hohem Ertrag, noch dazu mit gesetzlich vorgeschriebener Mindestaktienquote, ist nämlich ein Widerspruch in sich. Denn je höher die Chance auf Gewinne, desto größer ist auch das Verlustrisiko. Wer also hohe Gewinne lukrieren will, muss auch Verluste einkalkulieren – und wegstecken können. Außerdem ist eine Kapitalgarantie immer mit Kosten verbunden, schmälert also den Ertrag.

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Kommentare

  • s-Privat-Pension
    von REDAKTION am 24.10.2011 um 10:46
    Das neue Produkt der s-Versicherung haben wir noch nicht geprüft. Prinzipiell können wir dazu aber festhalten: - Eine Verdoppelung der staatlichen Prämie im ersten Jahr bringt über die Gesamtlaufzeit gerechnet nichts. Das ist ein reiner Werbeschmäh! - Bedenken bezüglich der Mindestveranlagung von 30% in Aktien sind berechtigt, vor allem bei der gleichzeitigen Kapitalgarantie – (siehe unsere Artikel der letzten Zeit) - Kapital kann man keines verlieren, da die Einzahlungen plus die staatlichen Prämien garantiert sind. Ihr KONSUMENT-Team
  • s-Privat Pension mit 8,5 % bis 13,5 % staatlicher Förderung
    von Boehm1202 am 22.10.2011 um 21:01
    Ist bei dem Produkt der S-Versicherung auch schon das Minus vorprogrammiert oder ist das für eine Pensionsvorsorge geeignet ? Im ersten Jahr verdoppelt die S-Versicherung die 8,5 % staatliche Förderung. Habe Bedenken, weil die Mindestveranlagung in Aktien 30 % beträgt, solange man noch nicht 45 Jahre alt ist. Garantiert wird nur die Mindestrente. Heißt offensichtlich, dass man auch eingezahltes Kapital verlieren kann. Oder ?
  • Geburtsfehler des Produktes
    von REDAKTION am 29.07.2010 um 11:53

    Es handelt sich um einen Geburtsfehler des Produktes: Zum einen schreibt der Gesetzgeber einen Mindestaktienanteil vor, zum anderen fordert  er – wie im Artikel beschrieben – die Absicherung mit den genannten Konsequenzen.

    Ihr Konsument-Team

  • Ausstoppung und gesetzlich vorgeschriebener Mindestaktienanteil
    von theltalpha am 27.07.2010 um 22:58
    Ich verstehe nicht ganz, wie und warum eine Bank trotz des gesetzlich vorgeschriebenen Mindesaktienanteils ein bestimmtes Produkt ausstoppen, also den Aktienanteil gegen null fahren kann.
Bild: VKI