Genossenschaftswohnungen

Kaufen wird teuer

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Konsument 4/2002 veröffentlicht: 01.04.2002, aktualisiert: 03.04.2002

Inhalt

Die jüngste Novelle des Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetzes bringt Verschlechterungen für Mieter oder Nutzungsberechtigte, die ihre Wohnung erwerben wollten.

Seit 1994 können Mieter einer Genossenschaftswohnung unter bestimmten Voraussetzungen ihre Mietwohnung ins Eigentum übertragen bekommen. Viele Mieter bekundeten auch ihr Interesse und schlossen Verträge ab. Im Gesetz war geregelt, dass es im Fall der Wohnungseigentumsübertragung eine gerichtliche Preisfestsetzung geben soll. Ein Mieter konnte sich daher darauf verlassen, dass der Preis nicht willkürlich festgelegt wird.

Vermietungsabschlag

Das „Zuckerl“ bei dieser Art des Erwerbs von Wohnungseigentum war der so genannte Vermietungsabschlag: Am freien Markt kann man zwar eine Wohnung sozusagen mitsamt dem Mieter verkaufen, aber dies führt zu empfindlichen Preisabschlägen. Diesen Abschlag hätten die Genossenschaften den Mietern weitergeben müssen (außer, der Mieter hätte darauf verzichtet). Solche Preisnachlässe können sich in einer Bandbreite von 30 bis 60 Prozent des Kaufpreises bewegen. Genossenschaftsmieter hätten ihre Wohnung also weit unter dem Wert auf dem freien Wohnungsmarkt erwerben können.
Im Jahre 1999 räumte der Gesetzgeber den Genossenschaften die Möglichkeit ein, statt der gerichtlichen Preisfestsetzung den Kaufpreis fix zu vereinbaren. Die gerichtliche Preisfestsetzung war allerdings noch nicht abgeschafft, so dass es beide Varianten gab.

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