Geschlossene Fonds

Mitgefangen, mitgehangen

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KONSUMENT 4/2014 veröffentlicht: 27.03.2014, aktualisiert: 15.05.2014

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Anfang der 2000er-Jahre verkauften österreichische Banken massenhaft Anteile an Schiffs- und Immobilienfonds an ihre Kunden. Heute sind die als sicher verkauften Papiere vielfach wertlos. Der VKI klagt nun Kreditinstitute wegen falscher Beratung.

Der aktuelle Stand (15.5.2014)

Bisher haben wir mit folgenden Instituten Vergleiche abgeschlossen:

  • Erste Bank
  • Sparkassen
  • Raiffeisen Landesbank NÖ-Wien

Insgesamt wurden den Kunden der verschiedenen Banken über 3 Mio Euro Schadenersatz angeboten. Mit 36 lokalen Raiffeisenbanken in NÖ sind Vergleichsverhandlungen im Gange, ebenso mit der BKS. Bei 11 niederösterreichischen Raiffeisenbanken fehlt eine Bereitschaft einen Vergleich abzuschließen. Hier bereiten wir Klagen vor.

Der VKI hat sich von betroffenen Konsumenten Ansprüche gegen lokale Volksbanken und Hypobanken abtreten lassen; auch hier bereiten wir Sammelklagen vor. - Mehr zu den aktuellen Entwicklungen finden Sie auf www.verbraucherrecht.at/fonds


Einladung zu Informationsveranstaltung

Anfang der 2000er-Jahre tauchte eine neue Veranlagungsform auf dem österreichischen Finanzmarkt auf. Kunden erhielten von ihrer Bank Einladungen zu Informationsveranstaltungen, bei denen sogenannte geschlossene Fonds beworben wurden.

Zugesagt wurden jährliche Ausschüttungen von 7 Prozent und mehr. Die als sichere Wertanlage vermarkteten Papiere basierten im Wesentlichen auf Beteiligungen an vermeintlich erstklassig vermie­teten Bürohäusern in den Niederlanden beziehungsweise an Containerschiffen. Lesen Sie dazu auch Schiffs- und Immobilienfonds: Anleger geschädigt 11/2013

20.000 Anlegerinnen und Anleger

Zirka 20.000 Anlegerinnen und Anleger ließen sich zum ­Investment überreden, darunter nicht wenige, die eine ertragreiche Pensionsvorsorge suchten. Die Banken hatten leichtes Spiel. Gefahren wurden – wenn überhaupt – als unwahrscheinlich dargestellt. So wurde Kunden etwa erzählt, dass ihr Containerschiff bis auf den Umstand, dass es Piraten in die Hände fallen könnte, ­gegen so ziemlich alle Risiken versichert sei.

Bankberatern vertraut

Viele derjenigen, die schließlich ihre Sparbücher auflösten, um das Kapital in geschlossenen Fonds (Schiffsfonds und Immobilienfonds) anzulegen, waren zudem langjährige Kunden, die ihren Bankberatern vertrauten.


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