Haushaltsversicherung

Lange Gesichter im Schadensfall

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KONSUMENT 8/2011 veröffentlicht: 18.07.2011

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Eine Haushaltspolizze sollte Schäden zur Gänze abdecken. Wer unterversichert ist, schaut durch die Finger.

Noch ein Glück, dachte sich Herr Konrad. In der Wohnung, die er mit seinen Lieben bewohnte, hatte es gebrannt. Etwa 10.000 Euro machte der Sachschaden aus. Zum Glück gab es keine Rauchgasvergiftung oder gar einen Todesfall. Die verkohlte Einrichtung und die verrußten Wände waren ja ersetzbar bzw. ­reparabel – wozu hat man schließlich eine Haushaltsversicherung?

Nur zur Hälfte gedeckt

Das böse Erwachen kam, als der Gutachter des Versicherers den Schaden besichtigt ­hatte. Laut Schreiben der Versicherung würde nur die Hälfte des Schadens ersetzt. Herr Konrad fiel aus allen Wolken.

Von tatsächlicher zu passender Versicherungsumme gekürzt

Vor etwa 20 Jahren hatte er mit seiner frisch angetrauten Frau das neue Heim bezogen und die Polizze abgeschlossen. Die Versicherungssumme betrug damals 400.000 Schilling. Und weil Herrn Konrad die Gefahr der schleichenden Geldentwertung bewusst war, hatte er auch eine Indexierung der Versicherungssumme vereinbart, sie betrug aktuell rund 45.000 Euro.

Doch nun erklärte ihm der Gutachter, dass seine aktuelle Wohnungseinrichtung weitaus mehr wert gewesen sei. Natürlich: In früheren Jahren hatte die Familie nur preiswerte oder gebrauchte Möbel besessen. Als dann die Kinder aus dem ­Gröbsten heraus waren, hatte man sich das eine oder andere schöne Stück geleistet, das nun ein Raub der Flammen geworden war.

Im Schadensfall wird die Entschädigung allerdings im Verhältnis von tatsächlicher zu passender Versicherungssumme gekürzt. Und weil die Wohnung deutlich unterversichert war, muss Familie Konrad nun die Hälfte des Schadens aus der eigenen Tasche bezahlen – nachdem ihr Vertrag schon alt ist, enthält er nämlich keinen Unterversicherungsverzicht. In neueren Polizzen ist er üblicherweise Vertragsbestandteil. Damit verpflichtet sich der Ver­sicherer, im Schadensfall nicht den Einwand der Unterversicherung geltend zu machen. Verträge mit dieser Klausel müssen auch eine Wertsicherungsklausel enthalten.

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Kommentare

  • an die redaktion
    von voeslau am 08.08.2011 um 12:32
    vielen Dank !
  • Unterversicherung
    von REDAKTION am 08.08.2011 um 10:26
    In der Haushaltsversicherung muss die Versicherungssumme dem tatsächlichen Wert des gesamten Wohnungsinhalts entsprechen. Ist die Versicherungssumme zu niedrig angesetzt, wird im Schadensfall nur eine anteilsmäßige Leistung erbracht. Im beschriebenen Fall wäre der aktuelle Wert des Wohnungsinhaltes circa 90.000 Euro gewesen. Weil vertraglich nur eine Versicherungssumme von 45.000 Euro vereinbart war, ist die Wohnung unterversichert und der Versicherer musste nur die Hälfte leisten. Ihr KONSUMENT-Team
  • an die redaktion
    von voeslau am 08.08.2011 um 08:58
    Die Versicherungssumme wurde auf 45000,- im gegenständlichen fall angepasst. ich versteh nicht warum bei 10000,- euro Sachschaden der Versicherungsnehmer unterversichert sein sollte.
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