Hauskauf: Immobilienmakler

Aufklärungspflichten und Märchen der Makler

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KONSUMENT 2/2015 veröffentlicht: 29.01.2015

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Immobilienmakler sind verpflichtet, potenzielle Hauskäufer umfassend über angebotene Objekte zu informieren. Was, wenn die Aufklärung mangelhaft erfolgt und Wesentliches unerwähnt bleibt?

Frau und Herr S. hatten schon länger ein ­Einfamilienhaus gesucht. Im Sommer 2012 schienen sie endlich fündig geworden zu sein. Ein Haus in Wien, mit dessen Vermittlung RE/MAX DCI Mödling betraut war, sagte ­ihnen sehr zu. Das Haus liegt zwar direkt an einer größeren Straße, doch während der ers­ten Besichtigung war die Straße nur ­wenig befahren, der Verkehrslärm hielt sich daher in Grenzen.

Angeblich verkehrsberuhigte Zone ...

Ob es hier immer so ruhig sei, wollte Herr S. vom Makler wissen. Der be­jahte und gab an, dass die Straße in diesem Bereich eine verkehrsberuhigte Zone sei. Da Familie S. plante, die Kinderzimmer straßenseitig einzurichten, war diese Information für sie sehr wichtig. Frau S. hakte daher noch etliche weitere Male beim Makler nach, ob die Straße auch tatsächlich wenig befahren sei. Der Makler bestätigte das jedes Mal aufs Neue. Frau und Herr S. unterzeichneten den Kaufvertrag.

... stellt sich als Lärmwüste heraus

Erst danach stellte sich heraus, dass es sich bei der Adresse keineswegs um eine verkehrsberuhigte Zone handelt. Dass der Verkehr zu jener Zeit, als Familie S. das Haus besichtigt hatte, nur spärlich geflossen war, ergab sich lediglich daraus, dass zwei Quergassen entfernt eine Baustelle ein höheres Aufkommen verhindert hatte.

In unmittel­barer Nähe des neu erworbenen Hauses ­befinden sich obendrein zwei Schulen, zu denen allerdings während der Sommerferien naturgemäß weder Lehrer noch Eltern mit ihren Kindern fuhren. Mit Ende der Sommerferien und Beendigung der Bauarbeiten setzte der für diese Gegend übliche Verkehr – mit Schwerverkehr, Staus und entsprechendem Lärm – wieder ein.

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Kommentare

  • alles schön und gut
    von Limaks am 29.01.2015 um 17:04
    In der Praxis trifft man leider nicht nur auf schlampige und faule sondern auch unseriöse Markler. Wir hatten ersteren. Im wissen dass kein Weg an Ihm und seiner Provision vorbei führt, war es fast unmöglich einen zweiten Besichtigungstermin oder vorhandene Unterlagen (Wohneigentumsvertrag) zu bekommen. Ganz zu schweigen davon dass der Energieausweis nur wiederwillig nach etlichen Urgenzen beauftragt wurde und natürlich der Vorschlag vom Makler kam man solle doch einen Teil unter der Hand zahlen. Und dieser Makler ist sicherlich kein Einzelfall.
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