Hedge-Fonds: Quadriga Superfund

Wehe, wenn die Trends ausbleiben

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Konsument 4/2004 veröffentlicht: 17.03.2004, aktualisiert: 25.03.2004

Inhalt

Hohen Ertragschancen stehen hohes Risiko, hohe Spesen und fehlende Transparenz gegenüber.

Wenig Sicherheit

Hedge-Fonds sind nichts für sicherheitsorientierte Anleger. Das wissen auch die Fondsmanager des heimischen Finanzdienstleisters Quadriga. Dennoch wird in ganzseitigen Inseraten mit fantastischen Erträgen geworben (+ 43,9% p.a.). Nun nimmt Quadriga mit Sparplänen auch Kleinanleger ins Visier: So ist man in der Ansparvariante des Superfund A ab 100 Euro monatlich dabei. Ein allzu verlockendes Angebot, das viele Personen anspricht, die sich üblicherweise nicht für solch riskante Finanzprodukte interessieren.

Hohe Gewinne und hohe Verluste möglich

Hedge-Fonds spekulieren auf bestimmte Entwicklungen der Finanzmärkte, positiv wie negativ. Das heißt, diese Fonds können auch bei fallenden Kursen Gewinne erzielen. Entscheidend ist, die Börsenentwicklung richtig einzuschätzen. Das funktioniert jedoch nur so lange, wie es klar erkennbare Trends gibt. In den letzten Jahren hat das bei Quadriga sehr gut geklappt. Quadriga Fonds wurden weltweit mit Auszeichnungen überhäuft. Doch es kann auch anders kommen. Zwar werden beim Superfund A Erträge bis zu 25 und mehr Prozent versprochen. Doch dieses hohe Ertragspotenzial bedeutet gleichzeitig, dass der Wert umgekehrt auch in diesem Ausmaß fallen kann. Auch ein Totalverlust des Kapitals ist grundsätzlich möglich.

Nicht alles in Hedge-Fonds anlegen

Daher sollten Sie, wenn Sie in ein derartiges Risikoprodukt investieren wollen, keinesfalls das gesamte Vermögen in Hedge-Fonds anlegen. Sie sind ausschließlich als Beimischung zu klassischen Anlagen gedacht; empfohlen werden 10, maximal 20 Prozent aller Geldanlagen.

Negativ an Hedge-Fonds sind neben dem hohen Risiko die fehlende Transparenz und hohe Spesen. Es gibt keine Informationen darüber, wie der Fonds sein Kapital anlegt – weder über die genaue Strategie noch über einzelne Positionen. Die Kosten sind hoch: So belaufen sich etwa beim Superfund A die Ankaufskosten auf 8%, laufende Kosten sind die Management- und Verwaltungsgebühren in Höhe von fast 7% jährlich sowie Erfolgsgebühren (im Falle eines Allzeit-Hochs) von 25%.

Erhebliche Gebühren und Spesen

Darüber hinaus fallen auf den Gewinn von Anteilen, die nach dem 1. März 2004 gekauft werden, 25% KESt an, was die Performance deutlich reduziert. Dazu kommen hohe Rücknahmegebühren, die unter bestimmten Bedingungen anfallen, und die geringere Liquidität als bei Investmentfonds (An- und Verkauf nur einmal pro Monat). Ob alle Quadriga-Anleger über diese „Details“ Bescheid wissen, darf bezweifelt werden.

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