Iberia: Flug versäumt

Nur mehr Prozess möglich

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Konsument 1/2005 veröffentlicht: 10.12.2004

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Rechtzeitig am Gate, gültiges Ticket in der Hand: Dennoch ließ Iberia zwei Passagiere nicht an Bord - nicht zum ersten Mal.

„Wann geht hier endlich was weiter?“ Ungeduldig drängten sich mehrere Fluggäste am Gate im Flughafen von Madrid. In 20 Minuten sollte die Maschine nach Wien starten. Aus unerfindlichen Gründen wurde das Boarding unterbrochen. Die Dame am Schalter ließ die Wartenden nicht an Bord. Es hieß, man müsse noch auf einen Fluggast warten.

Weggeschickt. Urplötzlich wurde das Gate geschlossen. „Was sollen wir jetzt machen?“, fragte Frau Gonzales, die ebenfalls wartete. Immerhin war sie des Spanischen mächtig. „Sie müssen auf einen anderen Flug umbuchen“, wurde ihr unfreundlich mitgeteilt.

Stundenlang irrte sie danach mit ihrem Lebensgefährten, Herrn Swoboda, durch den Airport, um die Tickets für einen anderen Flug umzutauschen. An mehreren Schaltern wurden sie ziemlich rüde abgewimmelt.

Horrortrip. Mit viel Mühe gelang es dem Paar aus Wien schließlich, einen Flug für den nächsten Tag zu ergattern. Allerdings mussten sie dafür 200 Euro zusätzlich hinlegen. Für Verpflegung und Unterkunft für den ungeplanten Aufenthalt, so wurde den beiden beschieden, müssten sie selbst aufkommen. Iberia fühlte sich jedenfalls nicht verantwortlich.

Am darauf folgenden Tag brach Frau Gonzales buchstäblich zusammen. Stress und Aufregung waren zu viel für ihren Kreislauf. Quasi als Draufgabe wurde beim Abflug diesmal das Gate nicht genannt. Um den Flug nicht nochmals zu verpassen, mussten Frau Gonzales und Herr Swoboda durch den weitläufigen Airport hasten, um den richtigen Terminal zu finden.

Kein Pardon . Kein Wunder, dass Frau Gonzales und Herr Swoboda von Iberia Schadenersatz verlangten. Doch das Ansinnen wurde abgeschmettert. Lediglich einige Briefe kamen, die erkennbar aus Textbausteinen zusammengesetzt waren und nicht auf den konkreten Fall eingingen. Am verspäteten Boarding sei Iberia ja nicht schuld gewesen. Auch unsere Europäische Verbraucherberatung bemühte sich. Die Iberia-Niederlassung in Frankfurt verwies uns an die Zentrale in Madrid. Und dort herrschte Funkstille. So müssen Frau Gonzales und Herr Swoboda den Gerichtsweg beschreiten, wenn sie Schadenersatz bekommen wollen. Offenbar können es sich manche Airlines noch leisten, auf Passagiere zu verzichten.

Passagierärger über Iberia ist übrigens kein Einzelfall - siehe Konsument 7/2004 und 7/2003 .

Namen betroffener Konsumenten wurden von der Redaktion geändert.

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