Investmentfonds im Dauertest: Osteuropa

Hoffnung im Osten

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Konsument 1/2005 veröffentlicht: 09.12.2004

Inhalt

  • Aktienfonds Osteuropa im Blickpunkt
  • Heikler Markt mit hohen Chancen, aber auch hohem Risiko

Boom noch nicht vorbei

Einst war Osteuropa durch wirtschaftliche Tristesse bekannt: veraltete Schwerindustrie, marode Infrastruktur und bröckelnde Bauten. Heute hingegen wachsen die Volkswirtschaften der östlichen Nachbarn rasant – mit Zuwachsraten, von denen wir nur träumen können. Noch immer liegt das ökonomische Niveau der neuen EU-Mitgliedsländer deutlich unter jenem der „alten“ EU-Staaten. Es gab und gibt viel aufzuholen. Experten nehmen an, dass der Boom noch nicht vorbei ist.

In einzelne Aktien sollten Laien nicht investieren

Von diesem Boom können auch Anleger profitieren. Vor allem mit Aktienfonds, denn vom Investieren in einzelne Aktien sollten Laien besser die Finger lassen. Östliche Unternehmen sind im Ausland meist wenig bekannt. Zu groß ist die Gefahr, eine Niete zu ziehen.

Klare Aufwärts-Tendenz

In den letzten Jahren haben Anleger mit Osteuropa-Fonds gute Erträge erzielt. Dieser Markt hatte eine klare Aufwärts-Tendenz. In der Tabelle ist auch der Index MSCI-Osteuropa angeführt. Der wird nicht aktiv gemanagt, sondern bildet die Gesamtentwicklung des Marktes ab. Und schneidet ganz von selbst „überdurchschnittlich“ ab. Das heißt: In diesem Markt konnte man eigentlich kaum verlieren. Sogar Fonds, die „unterdurchschnittlich“ bewertet wurden, haben respektabel an Wert zugelegt.

Durch die  Bewertung unserer deutschen Schwesterorganisation Stiftung Warentest lässt sich hier die Spreu vom Weizen trennen. Fünf Jahre lang muss sich ein Fonds am Markt bewähren, ehe er in unsere Bewertung einbezogen wird. Die Spitzenreiter haben in dieser Zeit nicht nur an Wert am meisten zugelegt, sondern waren auch in ihrer Entwicklung stabiler als der Durchschnitt des Marktes.

Chance-Risikoklasse

Gute Nerven braucht man allerdings, wenn man hier einsteigen will. Alle Fonds unserer Tabelle haben auf einer zehnteiligen Skala die Chance-Risikoklasse 8 oder 9. Klasse 9 bedeutet, dass ein Anleger mit diesem Fonds bis zu 60 Prozent seines eingesetzten Kapitals innerhalb eines Jahres verlieren kann. Bei der Risikoklasse 8 sind es bis zu 50 Prozent. Bei österreichischen Aktienfonds liegen die Chance-Risiko-Klassen niedriger, nämlich zwischen 6 und 7.

Wichtig zu wissen, falls Sie mit dem Einsteigen liebäugeln: Die Verluste sind nicht theoretisch, sondern treten auch tatsächlich ein: Auch die Spitzenreiter in der Tabelle , die stark „überdurchschnittlich“ bewerteten Fonds, haben bisher phasenweise Verluste von über 30 Prozent eingefahren. Und: Erfolge in der Vergangenheit lassen  keinen Rückschluss auf die zukünftige Entwicklung zu: Der Absturz der High-Tech-Aktien beweist drastisch, dass Märkte nicht für ewig nach oben gehen müssen.

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