Investmentfonds im Dauertest: Zu viel versprochen

Matte Bilanz nach sechs Jahren

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Konsument 1/2006 veröffentlicht: 05.12.2005

Inhalt

  • Ausstieg nach sechs Jahren
  • Verluste mit Aktienfonds
  • Rentenfonds knapp vor Sparbuch
  • Renditeversprechen zu hoch

Showdown für unsere zehn Testfonds

Über sechs Jahre lang haben wir Kursentwicklung und Filialberatung für Sie akribisch beobachtet und analysiert. Als interessierte Anleger konnten Sie Aufstieg und Fall der Aktienfonds und die stete Performance unserer Rentenfonds sozusagen „live“ mitverfolgen. Nun haben wir im September des vergangenen Jahres die Fonds verkauft und die Depots aufgelöst. Damit können wir berechnen, ob die uns seinerzeit in Aussicht gestellten Renditen eingetroffen sind.

Mäßige Gewinne, spürbare Spesen

Hier nun die Ergebnisse: Unsere Testkäufer kehrten mehrheitlich mit langen Gesichtern aus den Filialen zurück. Die sechs Rentenfonds schafften zumindest Erträge über Sparbuchniveau. Die beiden Aktienfonds sowie einen der Mischfonds mussten wir trotz beachtlicher Aufholjagd im letzten Jahr mit Verlust verkaufen. Bei einigen Banken wurden die eher mäßigen Gewinne durch Spesen für Verkauf und Kontoschließung neuerlich angeknabbert. Betrachtet man die zehn Einzelfonds als Gesamtpaket (mit einem durchaus realistischen und gut gestreuten Mix aus sechs Renten-, zwei Misch- und zwei Aktienfonds), so haben die von uns veranlagten 72.650 Euro (rund 1 Million Schilling) in etwa sechseinhalb Jahren einen nicht gerade üppigen Ertrag von insgesamt elf Prozent gebracht (auf ein Jahr umgelegt 1,6 Prozent!).

Aktienfonds schafften Trendumkehr

Zunächst aber ein Rückblick auf die Zeit seit unserem letzten Artikel („Konsument“ 11/2004). Die riskanteren Aktienfonds schafften die Trendumkehr und legten deutlich an Wert zu (1250 und 1400 Euro). Trotzdem sind beide Aktienfonds sowie einer der Mischfonds noch immer im Minus. Setzt sich der positive Trend weiter fort, hätten wir in den nächsten Jahren vielleicht unser Anfangskapital wieder erreicht.

Bester: Raiffeisen-EuroPlus-Rent T

Die empfohlene Mindestbehaltedauer ist damit nicht nur Theorie, sondern eine notwendige Zeitspanne, um Kursschwankungen auszugleichen. Bei den Rentenfonds sind neuerlich Wertsteigerungen zu verzeichnen (zwischen 350 und 650 Euro). Als bester Fonds hat sich der Raiffeisen-EuroPlus-Rent T an die Spitze gesetzt und den langjährigen Renner (Volksbank-Interbond) knapp auf Rang zwei verwiesen.

Aktienfonds noch mit Verlust

Trotz einiger schöner Einzelerfolge fällt die Gesamtbilanz zwiespältig aus. Zählten Aktienfonds zu Beginn unseres Tests im Jahr 1999 noch zu den großen Siegern, mussten wir beide (allerdings vorzeitig, noch vor Ablauf der empfohlenen Mindestbehaltedauer) mit einem Verlust von etwa 1000 Euro verkaufen. Sie haben sich von dem dramatischen Kursturz ab dem Jahr 2000 (Wertverlust zirka 50 Prozent) bislang nicht erholt.

Ein Mischfonds mit knappem Gewinn

Bei den Mischfonds erzielten wir mit Superior 2 einen knappen Gewinn, vom Hypo-Invest trennten wir uns ebenfalls mit Verlust. Die Rentenfonds haben nach einem schwachen Start über die Jahre kontinuierlich zugelegt. Unser lange Zeit „bestes Pferd im Stall“, der auf internationale Anleihen spezialisierte Volksbank-Interbond, litt zuletzt stark unter der Dollarschwäche und wurde von dem in europäische Renten engagierten Raiffeisen-EuroPlus-Rent T abgehängt.

US-Zinsniveau ist wichtig für Ertrag

Aber: Klettern die Zinsen in den USA weiter nach oben und zieht die Europäische Zentralbank mit, sind auch mit Rentenfonds Kurseinbußen möglich, weil die Zinserhöhungen auf die Anleihenkurse drücken.

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