KSV 1870: Datenschutz bei Kreditevidenz

Schwarze Listen

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Konsument 10/2007 veröffentlicht: 26.09.2007, aktualisiert: 16.10.2007

Inhalt

Schon die Anfrage um einen Kredit wird gespeichert.

Kredit verweigert

Herr S. beantragte bei seiner Bank einen Kredit – und blitzte ab. Sein Bankberater hatte im Computer entdeckt, dass Herr S. vor Jahren einige Kreditraten bei einer anderen Bank sehr spät bezahlt hatte. Der Kreditschutzverband von 1870 (KSV) führt nämlich genau Buch über die Bonität von Konsumenten. Was Herrn S. nicht bewusst ist: Auch seine (erfolglose) Kreditanfrage ist nun beim KSV registriert. Neben dieser Konsumentenkreditevidenz, in der Informationen zu Krediten, Girokonten, Leasingverträgen oder Ratenkrediten gespeichert sind, führt der KSV die Warenkreditevidenz.

Zahlungsschwierigkeiten bei Versandhäusern

Hier werden Konsumenten erfasst, die Zahlungsschwierigkeiten bei Versandhäusern oder Handyprovidern hatten. Das muss nicht erst eine gerichtliche Exekution sein, schon die Einschaltung eines Inkassobüros wird vermerkt. Weiters gibt es beim KSV die Warnliste der österreichischen Kreditinstitute. Hier wird man erfasst, wenn man Bankomat- oder Kreditkarten unerlaubt verwendet oder wenn Girokonten, Kredite oder Kreditkarten von der Bank fällig gestellt werden. Für alle drei Listen gilt: Die beim KSV gespeicherten Daten müssen innerhalb bestimmter Fristen gelöscht werden. Diese Fristen richten sich nach dem Grad der Zahlungsschwierigkeiten und ob der Schaden zurückgezahlt wurde.

Recht auf Dateneinsicht beim KSV

Nach dem Datenschutzgesetz (§ 26) hat jede Privatperson in Österreich das Recht, die über sie gespeicherten Daten beim KSV einzusehen. Einmal im Jahr ist dies kostenlos. Diese kostenlose Selbstauskunft wird innerhalb von 8 Wochen zugeschickt. Wenn man eine Selbstauskunft zur Vorlage (zum Beispiel bei einer Bank) oder sofort benötigt, kostet dies 22 Euro zuzüglich 7,55 Euro Versandspesen. Konsumenten können diese Selbstauskunft beim Kreditschutzverband online unter [ www.ksv.at ] anfordern oder sich dort ein Bestellformular ausdrucken und es hinfaxen. Man kann auch eines der KSV-Servicecenter in Wien, Feldkirch, Graz, Innsbruck, Klagenfurt, Linz und Salzburg aufsuchen und dort nach Vorlage eines amtlichen Lichtbildausweises direkt in seine Daten Einblick nehmen.

Daten falsch oder veraltet: Klärung

Adressen und nähere Auskünfte gibt es unter der österreichweiten Telefonnummer 050-1870-1101. Wenn man daraufkommt, dass die gespeicherten Daten falsch oder veraltet sind, wird laut KSV ein Klärungsprozess in Gang gesetzt. Im günstigsten Fall sieht das Unternehmen, das die Meldung veranlasst hat, den Fehler ein und veranlasst umgehend eine Löschung oder Richtigstellung. Beharrt es aber auf seiner Darstellung, muss möglicherweise der Sachverhalt im Rahmen eines Gerichtsverfahrens geklärt werden.

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Bild: VKI