Lebensversicherungen-Check

Polizzen, Pannen und Probleme

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Konsument 2/2006 veröffentlicht: 12.01.2006

Inhalt

  • Erste Ergebnisse der Aktion Lebensversicherungs-Check
  • Kaum Informationen zu Vertragsdetails, Rendite und Kosten
  • Polizzen passen oft nicht zu den Bedürfnissen

Erfolg für Lebensversicherungs-Check

Unsere Aktion Lebensversicherungs-Check vom Herbst 2005 hat eingeschlagen. An die 1700 Polizzen wurden uns zur Prüfung zugeschickt. Allen Einsenderinnen und Einsendern sagen wir ein herzliches Dankeschön für ihre Mithilfe!

Knapp 10 Mio. Verträge in Österreich

Knapp 10 Millionen aufrechte Lebensversicherungsverträge gibt es derzeit in Österreich, der Großteil in der gemischten Er- und Ablebensversicherung (rund 70 Prozent der Einsendungen). Der Rest entfällt zu gleichen Teilen auf die Erlebens-(Renten-)Versicherung sowie die Fondsgebundene Lebensversicherung.

Die endgültige Analyse der Verträge steht zwar noch aus, unser erstes Fazit ist dennoch ernüchternd: In kaum einem Bereich der Geldanlage gibt es so wenig Transparenz! Wir haben folgende Problemfelder ausgemacht: 

  1. Unklarheit: Bei Vertragsabschluss ist den Versicherungskunden nicht klar, wie viel sie über die Jahre hinweg einzahlen werden. Und schon gar nicht, was ihnen unter dem Strich bleibt. Angesichts der Summen, um die es geht, ist das ein unhaltbarer Zustand. Hier ist die Branche, aber auch der Gesetzgeber gefordert!
    Bis Verbesserungen greifen, müssen die Konsumenten selbst aktiv werden und sämtliche Vertragsklauseln hinterfragen. Lassen Sie sich auch das kleinste Detail erklären. Die wichtigsten Produkte und Begriffe sind im unten stehenden Lexikon erklärt. 
  2. Provisionen:  Auch die Vertriebskosten fallen in Beratungsgesprächen meist unter den Tisch. Provisionen sind nichts Verwerfliches, sondern ehrlich verdientes Geld. Warum aber wird daraus so ein Geheimnis gemacht? Daher sollte man sich erkundigen, wie viel von der eingezahlten Prämie in den ersten Jahren in die so genannten Vertriebskosten fließt. 
  3. Garantierte Auszahlung: Geworben wird oft mit hohen Ertragsprognosen. Entscheidend ist aber, welchen Betrag der Versicherer garantiert auszahlen wird. Ehe man eine Lebensversicherung abschließt, sollten mehrere voneinander unabhängige Angebote eingeholt werden.

Im Folgenden schildern wir typische Probleme, die bei Lebensversicherungen auftreten können. In einer der nächsten „Konsument“-Ausgaben zeigen wir, wie Sie Ihren bestehenden Lebensversicherungsvertrag optimieren können.

Begriffswirrwarr und Tarifdschungel

Im März 1994 hatte Frau Susanne eine Lebensversicherung abgeschlossen, die damals nur „Er- und Ablebensversicherung“ hieß. Drei Jahre später wurde ihr Versicherer von einem anderen Versicherungsunternehmen gekauft. Daher wurde die Nummer ihrer Polizze geändert. Jetzt heißt die Versicherung von Frau Susanne „Lebensversicherung mit Rentenwahlrecht für Ihre zweite Pension“. Nach wie vor handelt es sich aber um eine gemischte Er- und Ablebensversicherung.

Keine Norm für Produkte und Tarife

Im Versicherungsbereich gibt es keine Norm für Produkte und Tarife. Ein Name sagt also nichts über die Art des Vertrages. Auch kann sich dieser öfter ändern. Im Wesentlichen gibt es zwei Varianten: Produkte mit einer Absicherung für den Todesfall wie die gemischte Er- und Ablebensversicherung. Und Polizzen, die ausschließlich dem Ansparen oder der Geldanlage dienen wie die Erlebens- oder Rentenversicherung.

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Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo