Lebensversicherungen: wenig Ertrag

Versprochen - gebrochen

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Konsument 7/2009 veröffentlicht: 09.07.2009

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Angesichts der Finanzkrise sind Lebensversicherungen als vermeintlich sichere Anlageform wieder gefragt. Doch meist bringen sie deutlich weniger Ertrag als versprochen.

Mit Aktien haben viele Anleger Geld verloren und wenden sich daher wieder den Lebensversicherungen als angeblich sichere Anlageform zu. Auch wir haben uns in letzter Zeit wieder den Lebensversicherungen gewidmet und Verträge gesichtet. Angesichts des desaströsen Ergebnisses wundern wir uns, warum kein Aufschrei durchs Land geht und Konsumenten noch immer Lebensversicherungen abschließen (wollen). Denn Erwartung und Realität liegen gerade hier oft sehr weit auseinander. Herrn J. war bei Vertragsabschluss im Jahre 1985 eine voraussichtliche Auszahlungssumme von 228.167 Schilling (16.581,54 Euro) versprochen worden. Bekommen hat er vor Kurzem aber lediglich 13.784 Euro.

Meist weniger Geld als versprochen

Und unsere Analyse der Verträge zeigt: Dies dürfte der Regelfall sein. 18 Verträge der unterschiedlichsten Versicherer haben wir uns angesehen: Er- und Ablebensversicherungen, Erlebensversicherungen und Rentenversicherungen. Die meisten davon wurden noch vor der Jahrtausendwende abgeschlossen. Unser Fazit: Die Versicherten bekamen in den meisten Fällen erheblich weniger Geld, als ihnen seinerzeit versprochen worden war. Lediglich in zwei Fällen lag die Differenz um nur 1 Prozent (s-Versicherung) bzw. 4 Prozent (Zürich) unter der Prognose. Die Auswahl der Versicherer in unserer Tabelle ist übrigens zufällig. Wenn ein Anbieter fehlt, bedeutet dies also nicht, dass seine Lebensversicherungen von diesem Problem nicht betroffen wären!

Überhöhte Erwartungen

Schuld an der Malaise sind zum einen überhöhte Rendite-Erwartungen, die für die Berechnungen herangezogen wurden. In den Achtziger- und Neunzigerjahren waren 6 bis 7 Prozent gang und gäbe, dementsprechend hoch waren auch die Gewinnschätzungen. Doch nicht nur das Zinsentief nach der Jahrtausendwende machte einen dicken Strich durch die Rechnung. Viele Lebensversicherungen sind Er- und Ablebensversicherungen. Der Anteil für die Ablebensversicherung wird aber nicht verzinst, das einbezahlte Geld wird also nur zu einem Teil veranlagt.

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Kommentare

  • Enttäuschung
    von beegee am 11.09.2010 um 12:07
    Bei mir wird nächstes Jahr eine Er-/Ablebenversicherung der Wr. Städtischen fällig und ich kann nur sagen, dass der Ertrag mickrig ist. Eingezahlt habe ich (bis 05/2011) EUR 42.841,28. Lt. Prognose von 09/2010, die ich angefordert habe, wird die Auszahlungssumme voraussichtlich 55.939 bis 57.312 (je nach Gesamtverzinsen von 2,25 bis 4,25 % ??) betragen. Das sind hochgerechnet 1,17 % Zinsanteil !! Ja bitte, was soll das ?
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