Lotto

Seid umschlungen, Millionen!

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Konsument 11/2008 veröffentlicht: 15.10.2008

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Träumen auch Sie vom berühmten Lottosechser? Vielen unbekannt ist, dass insgesamt nur 50 Prozent des eingesetzten Kapitals als Gewinn ausgeschüttet werden.

Einsatz auf 1 Euro erhöht

Im Juni murrte so mancher österreichische Lottospieler hörbar: Der Einsatz pro Lotto­tipp erhöhte sich von 85 Cent auf 1 Euro – eine Steigerung um rund 18 Prozent. Aufmerksame „Konsument“-Leser orte­ten darüber hinaus weitere Unbill: Der Aufteilungsschlüssel wurde ­zuungunsten der kleinen Gewinne geändert. Dreier und Vierer erhalten nunmehr einen um 1 Pro­zentpunkt kleineren Anteil am Gesamtgewinn (aktuell 24 bzw. 16 Prozent), je­ner des Sechser wurde hingegen um 2 auf 44 Prozent der Gewinnsumme erhöht, ­Fünfer und Fünfer mit Zusatzzahl blieben unverändert (8 und 9 Prozent).

Mehr als 2 Milliarden Spielumsatz

Dem Geschäftserfolg der ­Österreichischen Lotterien tat das Murren freilich ­keinen ­Abbruch, denn frei nach der alten Kauf­mannsweisheit "wer schimpft, der kauft" sorgte die spielfreudige Kundschaft im ersten Halbjahr 2008 für einen Anstieg des Gesamtumsatzes „um einen zweistelligen Prozentsatz“ auf rund eine Milliarde Euro, wie man uns Ende September auf Anfrage mitteilte. In den Gesamtumsatz fließen freilich auch die Umsätze aus Toto, Joker, EuroMillionen, Brief- und Rubbellos, ToiToiToi, Klassenlotterie, Bingo, Zahlenlotto, WINWIN und dem Online-Spiel­angebot auf win2day.at ein.

Letzteres sorgte im vergangen Jahr für einen Umsatz von 808 Millionen Euro, gefolgt vom Lotto 6 aus 45, für das die Österreicher 517 Millio­nen Euro ausgaben. Dem Gesamt­umsatz von 2.067 Millionen stand dabei eine ­Gewinnausschüttung von 1.461 Millionen gegenüber, 348 Millionen gingen an den Fiskus, 61 Millionen in die Sportförderung.

Betreibergesellschaft und Finanzminister die Gewinner

Angesichts solcher Größenordnungen mag die Klage über eine Preiserhöhung von 15 Cent pro Tipp fast schon kleinlich er­scheinen, und das ist es auch nicht, was hartgesottene Lotto-Kritiker am meisten ärgert. Die verweisen vielmehr auf eine ganze ­Reiher anderer Fakten, Vorurteile und Irrtümer, die wir kurz skizzieren wollen.

Nicht, um Ihnen den Spaß am Lottospiel zu rauben – was, sofern in Grenzen betrieben, ja wirklich ein harmloses Vergnügen ist –, sondern um Ihre Verluste zu minimieren.

Allerdings ist er das nur für Betreibergesellschaft und Finanzminister. Denn Lotto ist ein Totalisatorspiel, was bedeutet, dass die Höhe des einzelnen Gewinnes von der ­Anzahl der mitspielenden Tipps und von der Anzahl der Gewinner in den einzelnen Gewinnrängen abhängt.

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