Lyoness Holding Europe AG: Gewinne ungewiss

Skepsis durchaus angebracht

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veröffentlicht: 05.11.2008, aktualisiert: 11.11.2008

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Unter dem Motto "Geld zurück bei jedem Einkauf" läuft derzeit eine österreichweite Werbekampagne der Einkaufsgemeinschaft Lyoness Holding Europe AG. Beim VKI gibt es erste Anfragen dazu. Wir raten, die in Aussicht gestellten Gewinne kritisch zu hinterfragen.

Schwer durchschaubares System

Die Lyoness Holding Europe AG hat ihren Hauptsitz in der Schweiz. Die Firma betreibt mit Tochter- und Partnergesellschaften eine internationale Einkaufsgemeinschaft. Nach einem Wechsel in der Geschäftsführung startete Lyoness Ende Oktober 2008 eine großangelegte Werbekampagne und wirbt auf seiner Homepage mit dem Slogan „Wenn nur alles so sicher zurück käme wie Ihr Geld!“ Wie das Lyoness System aufgebaut ist, und ob oder wie die Kunden ihr Geld zurückbekommen, hat sich die Arbeiterkammer Steiermark anhand der Lyoness-Geschäftsbedingungen in der Fassung Oktober 2008 näher angesehen.

Das Einkaufssystem

Die Einkaufsgemeinschaft wirbt damit, dass sich Personen nach einer Registrierung bei Lyoness Geld sparen. Wer bei den von Lyoness genannten Unternehmen Einkäufe tätigt, spart 1-2 Prozent des Kaufpreises an. Auf der Homepage der Firma ist ein Auszug von sogenannten Cashback Gutschein Partnerunternehmen angeführt: Laut Homepage-Angabe gibt es davon 14.000. Darunter einige große Handelsketten wie Tchibo, Müller und Intersport.

Sobald ein Gesamtbetrag von 10 Euro angespart wurde, soll dieser Betrag überwiesen werden. Dieser Vorgang wird als Sofortvergütung bezeichnet.

Zusätzlich gibt es zwischen Lyoness und den jeweiligen Unternehmen Vereinbarungen, wonach die Partnerfirma der Einkaufsgemeinschaft eine vereinbarte Spanne refundiert. Die Differenz zwischen dieser Spanne, der Sofortvergütung und einer Manipulationsgebühr erhält der Kunde zunächst fiktiv gutgeschrieben. Sobald der Kunde mit den Differenzbeträgen eine Summe von 50 Euro geschafft hat, hat er eine „Position“ in einem recht komplexen System erreicht. Zusätzliche Einkäufe und daraus resultierende weitere 50 Euro führen zur nächsten Position in diesem System. Wer auf diese Art die nicht gerade geringe Anzahl von 70 Positionen mit einem Betrag von 50 Euro angefüllt hat, soll 450 Euro als sogenannte Rückvergütung refundiert bekommen.

Rückvergütung schwer erreichbar

Im Klartext bedeutet das: Wer bei Händlern einkauft, die eine Spanne von maximal 3 Prozent gewähren, kann mit seinen Einkäufen keine Positionen im Einkaufssystem erreichen. Um eine einmalige Rückvergütung von 450 Euro zu erhalten, müsste man in Summe um 50.000 Euro eingekauft haben. Dies kann nur erreicht werden, wenn die Kunden neue Teilnehmer anwerben (siehe "Freundschaftsempfehlung").

 

 

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Bild: VKI