MAS-Magnetfeldtherapie

Fragwürdige Therapie

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Konsument 4/2000 veröffentlicht: 25.07.2003

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„… und dann kam der Unfall!“ Thomas Muster legt Trauer in seine Miene, der historische Videoclip zeigt das lädierte Knie in Großaufnahme und schwenkt auf das Magnetfeldgerät: Ohne die MAS-Technik sei eine rasche Heilung nicht möglich gewesen … Immer wieder läuft dieser Spot im ORF. Die Erzeugerfirma mit Sitz in Leibnitz in der Steiermark lässt sich Werbung was kosten, auch ganzseitige Inserate zeugen davon.

Von Promis empfohlen

Empfehlungsschreiben von Masseur Willi Dungl, Ärzten und Tierärzten zieren den Firmenprospekt. Das macht hellhörig. Die Geschäftsführerin der Herstellerfirma, Frau Ingrid Schrank, gibt euphorisch Auskunft, dass ihre Geräte nach dem MPG, dem Medizinproduktegesetz, zertifiziert und hundertprozentig wirksam seien. Klinische Studien in einem Krankenhaus hätten das bewiesen. Die Nachfrage bei Primarius Dr. Gal vom Krankenhaus Rudolfstiftung in Wien ergibt, dass er für den TÜV die technisch-medizinischen Daten des Gerätes auf ihre Richtigkeit überprüft hat, mehr aber nicht. Prim. Gal beschäftigt sich seit langem mit Magnetfeldtherapie: „Wir führen zwar eine Studie durch, aber nicht mit diesem Gerät.“

Bei orthopädischen und rheumatischen Beschwerden, zur Knochen- und Wundheilung ist eine Heilwirkung nicht auszuschließen. Aber man müsste den Effekt jedes einzelnen Gerätetyps bei jeder Krankheit ermitteln. „Dass die MAS-Geräte, wie behauptet, bei mehr als 50 Beschwerden, wie Asthma, Bettnässen, Depressionen, Schlafstörungen, Potenzproblemen, und im Sporttraining helfen sollen“, hält Prof. Gal für „äußerst fragwürdig“.

Nicht in den Lehrbüchern der Physikalischen Medizin

International gilt die „konservative Magnetfeldtherapie“ nicht als wirksam, aus den Lehrbüchern der Physikalischen Medizin ist sie längst verschwunden. Der TÜV Österreich hat das MAS-Gerät zertifiziert, weil es gefahrlos angewendet werden kann – aber nicht, weil es wirksam wäre. Zwar sieht das MPG für die Bewertung auch einen klinischen Leistungsnachweis vor. Doch der TÜV muss sich an die Vorgaben aus Brüssel halten, und von dort kam – laut TÜV-Mitarbeiter – die Aufforderung, bei Apparaten der Alternativmedizin ein Auge zuzudrücken.

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