Mietzins: Wertsicherung

Index, Inflation, Information

Seite 1 von 4

Nächsten Inhalt anzeigen
veröffentlicht: 03.07.2014

Inhalt

Die Miete steigt bisweilen sprunghaft an. Dahinter stehen Inflation, Verbraucherpreisindex und Wertsicherungsklausel.

Vermieter haben ein Interesse daran, dass der ursprüngliche Wert ihrer Mieteinnahmen erhalten bleibt, denn sonst würde die Inflation sie entwerten. Das Instrument dafür ist die sogenannte Wertsicherung. Mit der Wertsicherung passt der Vermieter den Mietzins an die Inflation an - wobei „anpassen“ bei Inflation immer Erhöhung bedeutet.

Wertsicherung ohne vertragliche Vereinbarung

Ein Vermieter kann die Wertsicherung nicht automatisch anwenden; sie muss im Mietvertrag festlegt sein. Nur in besonderen Fällen gilt die Wertsicherung des Mietzinses (Mietzinsteiles) ohne vertragliche Vereinbarung und zwar beim:

  • Mindestmietzins gemäß § 45 MRG (Mietrechtsgesetz);
  • Mietzins nach Mietrechtseintritt in Altverträge gem. § 46 MRG; 
  • Wiedervermietungsentgelt gem. § 13 Abs. 6 WGG und Auslaufmiete gem. § 14 Abs. 7a WGG (Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetz); 
  • Erhaltungs- und Verbesserungsbeitrag (EVB) gem. § 14d WGG.

Steigt der VPI, steigt auch der Mietzins

Wertsicherungsklauseln beziehen sich in der Regel auf den Verbraucherpreisindex (VPI): Steigt der VPI, steigt der Mietzins. Die Statistik Austria erhebt und berechnet den Verbraucherpreisindex und veröffentlicht jeden Monat die aktuellen Werte. Auf der Homepage der Statistik Austria finden Sie einen Indexrechner www.statistik.at/Indexrechner/. Mit dessen Hilfe können Sie online den Preisanstieg für bestimmte Zeiträume errechnen und davon Mietsteigerungen ableiten.


Mehr Informationen rund um das Thema Wohn- und Mietrecht finden Sie unter www.konsument.at/wohnrecht und Wohnrecht Extra - Mietzins.

Bewertung

Wertung: 4 von 5 Sternen
6 Stimmen
Weiterlesen

Kommentare

  • Mietzins: Wertsicherung
    von REDAKTION am 18.07.2014 um 09:35

    an Pisecker: Sie fragen, ob auch für eine Kaution eine "Wertsicherung" gesetzlich vorgesehen ist. Antwort: Nein. Aber es gibt etwas Ähnliches: § 16b des Mietrechtsgesetzes sieht die Pflicht des Vermieters zur Verzinsung der Kautionen vor. Das Geld sei "auf einem Sparbuch fruchtbringend anzulegen". Hier der Link zum Text des § 16b MRG:
    http://www.jusline.at/index.php?cpid=ba688068a8c8a95352ed951ddb88783e&lawid=77&paid=16b&mvpa=19
    Eine über die Verzinsung hinausgehende Wertsicherung müssten Sie als Mieter mit dem Vermieter vertraglich vereinbaren.
    Ihr KONSUMENT-Team

  • Mietzins: Wertsicherung
    von Pisecker am 17.07.2014 um 20:00
    Dass die Vermieter sich eine Wertsicherung geben lassen, ist bis zu einem gewissen Maß verständlich. Aber es wäre von Konsument sehr freundlich, wenn Sie darstellen, ob auch die bezahlten Mietkautionen eine solche Wertsicherung beinhalten. Es kann ja wohl nicht sein, dass der Mieter dem Vermieter immer mehr zahlen muss, während die gezahlten Mietkaution durch die Inflation im Wert dahin schmilzt. Darf man sagen: ich habe zwei Monatsmieten als Kaution hinterlegt und ich möchte zwei Monatsmieten zum aktuellen Satz auch wieder zürück bekommen?
KONSUMENT-Probe-Abo