Neue Bank MoneYou

Höhere Zinsen mit Aufwand

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veröffentlicht: 02.10.2014

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Seit September 2014 gibt es eine neue Direktbank in Österreich. Sie bietet höhere Sparzinsen, um Kunden anzulocken. Aber hat das Angebot auch Nachteile?

Einlagen gesichert

Bei der MoneYou (http://www.moneyou.at) handelt es sich um eine niederländische Bank, die im Jahr 2001 gegründet wurde, seit 2011 in Deutschland und seit 2012 in Belgien Bankleistungen anbietet. Es gilt die niederländische Sicherungseinrichtung für Einlagen, und die ist ebenso hoch wie in der gesamten EU, d.h. alle Einlagen bis zu einer Höhe von 100.000 Euro je Kunden sind durch eine Ausfallshaftung gegen Insolvenzrisiken gesichert. Erreichbar ist die Direktbank nur per Internet, für viele Menschen stellt dies aber heutzutage kein Problem mehr dar.

Die aktuellen Zinssätze

Aktuell (Stand 30. September 2014) werden 1,4 Prozent für täglich fälliges Geld geboten, bei einem Jahr Bindung erhält man 1,6 Prozent. Damit liegt MoneYou in Österreich an der Spitze. Allerdings gibt es mehrere Banken, die (fast) ebensoviel bieten. Beim täglichen fälligen Geld liegt die Renault Bank mit ebenfalls 1,4 % gleichauf, bei einjähriger Bindung kommt die Deniz-Bank nur knapp dahinter zu liegen (1,5 %). Bei den Großbanken sieht es anders aus, ihre Zinsen liegen deutlich darunter – so etwa 0,125 Prozent für täglich fällige Einlagen.

Achtung: Zinsen fallen in Holland an

Nicht übersehen sollte man jedoch, dass die Zinserträge nicht in Österreich, sondern eben in den Niederlanden anfallen. Für Steuerausländer (Wohnsitz nicht in den Niederlanden) werden dort keine Kapitalertragssteuern abgezogen. Österreicher müssen allerdings in Österrreich nachversteuern. Das gilt für alle Personen, die mindestens die Hälfte des Jahres ihren dauerhaften Wohnsitz in Österreich haben – unabhängig von der Staatsbürgerschaft.

Finanzamt wird automatisch informiert

Damit niemand vergisst, Steuern zu zahlen, schickt die Bank (wie jede in Europa) nicht nur dem Kunden eine Bescheinigung der Zinserträge, sondern auch eine Kontrollmitteilung (über das Finanzamt des Niederlassungsstaates Niederlande) an das österreichische Finanzamt. Und hier achten die Finanzbeamten sehr akribisch darauf, dass keine Einkünfte "vergessen" werden.

Steuererklärung

Es ist daher in jedem Fall ratsam, die Zinserträge bereits von Beginn an in die jährliche Steuererklärung aufzunehmen. Und dies geht nicht ohne Aufwand und Formulare:

Wer bisher noch keine Steuererklärung abgegeben hat muss dies jetzt machen (was wir aber generell empfehlen, da es fast immer Geld beim Finanzamt zu holen gibt). Wer bisher eine ArbeitnehmerInnenveranlagung mit dem Formular L1 abgegeben hat, muss jetzt andere Formulare verwenden. Ausländische Kapitalerträge und damit auch Zinsen werden im Formular E1kv (Beilage zur Einkommensteuererklärung E1 für Einkünfte aus Kapitalvermögen) erfasst. Und damit müssen natürlich die unselbstständigen Einkünfte künftig statt im Formular L1 im Formular E1 eingetragen werden.

Alles kein richtiges Zauberstück und mit Hilfe unseres Buches "Steuern sparen" auch bewältigbar. Nur sollte es vor dem Bankwechsel bedacht werden – vor allem angesichts dessen, dass der Zinsvorteil im Vergleich zu guten Angeboten in Österreich recht gering ist.


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Kommentare

  • Wir bedauern...
    von REDAKTION am 28.10.2014 um 12:37
    Wir stellen derzeit unser Content Management System auf eine neuere Version um. Mit diesem Programm organisieren wir im Hintergrund unsere Artikel, Bilder und Tabellen für die Homepage. Dabei ist es zu technischen Problemen gekommen. Bitte entschuldigen Sie, dass Ihr Kommentar im Rahmen dieses technischen Updates derzeit nicht angezeigt wird. Das Eine oder Andere funktioniert noch nicht wie gewohnt. Wir arbeiten daran... Ihr Konsument-Team
  • Beitraglöschung?
    von chris1976 am 25.10.2014 um 19:27
    ich weiß nicht, warum mein Beitrag gelöscht wurde, die Renault Bank zahlt nur mehr nur 1,20% für Tagesgeld, nicht 1,40% wie im Artikel beschrieben. Zweitens war es bei Renault und Santander Bank so, oder anscheinend generell bei Direktbanken, am Anfang wird mit höheren Zinsen geworben und sobald genug Kunden eingesammelt wurden gehen die Zinsen schnell nach unten.
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