Online Marktplätze: Vorsicht beim Kauf

Betrügerische Angebote lauern überall

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veröffentlicht: 08.09.2009

Inhalt

  • Der Trend zum Online-Kauf nimmt zu
  • Vorsicht ist geboten vor falschen Angeboten
  • Besonders bei gefragten Artikeln wie Handys, Spiegelreflexkameras und Laptops

Anzeigen auf Online-Marktplätzen schalten: Online-Marktplätze, wie Willhaben, ebay, kijiji und Geizhals ermöglichen es Privatpersonen im Internet Anzeigen zum Verkauf ihrer Ware zu schalten. Diese Anzeigen sind öffentlich zugänglich und kostenfrei. Die Anzeigen werden von den Anbietern betreut und unseriöse Angebote gelöscht, um den Konsumenten zu schützen. Jedoch ist das in manchen Fällen nicht immer der Fall. Fake-Angebote, also falsche Angebote mit betrügerischen Absichten, nehmen deutlich zu.

Hinweise auf betrügerische Angebote

Früher konnten betrügerischen Anzeigen leicht von denen seriöser Anbieter unterschieden werden. Keine oder eine ausländische Telefonnummer, eine leicht erhältliche Email-Adresse, wie z.B. yahoo und gmx, und eine in Englisch verfasste Antwort waren klare Anzeichen für einen Betrug. Man wurde auch aufgefordert, dass Geld auf ein Konto zu überweisen, da ein persönliches Treffen nicht möglich wäre.

Heutzutage sind betrügerische Angebote schwerer zu durchschauen. Der Preis des Produktes wird in der Anzeige deutlich unter dem Marktwert angegeben. Doch im Gegensatz zu früher findet man bei dem Anbieter eine österreichische Handy-Nummer. Versuche, den Anbieter über diese Nummer zu erreichen, scheitern jedoch kläglich. Allerdings bekommt man innerhalb kurzer Zeit eine schnelle Rückmeldung auf eine Email. Dort heißt es in perfektem Deutsch, man solle das Geld auf ein Konto überweisen, oft ein inländisches, da ein Treffen nicht möglich sei. Der Verkäufer verspricht die Ware zu verschicken, sobald das Geld auf seinem Konto eingegangen ist. Nach wenigen Tagen kommt das böse Erwachen des Käufers, denn eine Ware bekommt man nie und das Geld auch nicht mehr.

Willhaben.at

Immer mehr Konsumenten fallen auf diese Betrüger herein. Beim Plattform-Betreiber Willhaben.at schien dies dagegen niemanden zu interessieren. Hier vermehrten sich falsche Angebote explosionsartig. Wollte man ein Produkt über den Willhaben Marktplatz kaufen, so fand man oft bereits auf der ersten Seite mehrere Fake-Angebote. Erfahrungsgemäß waren die ersten paar Anzeigen davon betroffen. Häufig wurden solche Anzeigen durch Farbe hervorgehoben, um den Käufer auf die Anzeige aufmerksam zu machen. Diese Anzeigen befanden sich über mehrere Tage hinweg auf dem Marktplatz.

Zahl der Geschädigten steigt 

Immer mehr Konsumenten wurden Opfer solcher Betrüger. Unternommen wurde dennoch nichts und der Käufer sich selbst überlassen. Dies war weder hilfreich für seriöse Anbieter, noch für die Konsumenten.  Wir haben Willhaben.at darüber informiert und eine Stellungnahme gefordert (siehe weiter unten). Aufgrund unserer Intervention sind die betrügerischen Angebote seitdem deutlich zurückgegangen.

„Konsument“-Tipps

Hier einige „Konsument“-Tipps zum richtigen Marktplatz-Kauf:

  • Kontaktieren Sie den Verkäufer über Telefon
  • Überweisen Sie in keinem Fall Geld im vorhinein
  • Treffen Sie sich persönlich mit dem Verkäufer für eine Übergabe, um die Ware zu prüfen
  • Falls eine persönliche Übergabe nicht möglich ist, lassen Sie sich die Ware per Nachnahme schicken, um die Ware zu überprüfen
  • Lassen Sie sich nicht zu einem Kauf drängen! Oft schreiben Verkäufer Floskeln, wie „Es gab zahlreiche Anfragen..“ , „Morgen habe ich bereits ein Treffen mit einem anderen Käufer vereinbart..“ , etc.
  • Vergleichen Sie Preise der verschiedenen Anbieter; ist ein Angebot deutlich unter den Preisen, so kann es sich um ein Fake-Angebot handeln
  • Eine Gewährleistung wird bei einem privaten Verkauf meistens ausgeschlossen

Hilfe & Rat

 

Wenn Sie Opfer eines solchen Betrugs geworden sind, dann können Sie gerne den „Konsument“ kontaktieren. Wir helfen Ihnen weiter! Weitere Tipps für den Online-Kauf finden Sie auf Europakonsument.at.

 

 

 

 

 

 

Kommentare

  • Auch Käufer betrügen
    von Malowan80 am 23.09.2011 um 13:46
    Ich muss dazu sagen, dass es aber auch anders herum gut funktioniert: Ich selber verkaufe seit Jahren gebrauchte Artikel über die Plattform willhaben. Es funktioniert immer gleich: Entweder der Käufer überweist auf mein Konto und ich schicke das Packerl weg oder er kommt zu mir zwecks Abholung es hat noch nie Probleme gegeben. Nun habe ich einen sehr unangenehmen Fall erlebt, in welchem mich der Käufer geprellt hat: Ich habe einige Staffeln einer TV-Serie angeboten, welche eine Kundin mit einer "hotmail"-Adresse kaufen wollte (eigentlich hätte ich da stutzig werden sollen...). Sie wollte es unbedingt per Nachnahme haben. Obwohl ich das normalerweise nie mache, habe ich mich breitschlagen lassen, mir aber vorher per E-mail bestätigen lassen, dass das Packerl auch sicher angenommen wird und nicht zu mir zurückkommt und ich dann auf den enormen Postkosten sitzen bleibe. Aber Worte per email sind halt geduldig!! Und natürlich ist genau das eingetreten! 3 Wochen lang kam das Nachnahmegeld nicht auf meinem Konto an, dann musste ich heute das retour geschickte Packerl um weitere 6,- auf der Post "auslösen" (zusätzlich zu den bezahlten Porto- und Nachnahmegebühren). Ich will damit sagen, dass die Betrüger nicht nur die Käufer abzocken wollen, sondern auch die Verkäufer werden in die Mangel genommen. Anscheinend wurde eine gänzlich falsche Adresse angegeben sowie eine hotmail-Adresse für solche Betrügereien angelegt. Was das dieser Betrügerin bringen soll weiss ich nicht, ausser vielleicht der Genugtuung, jemand anderem finanziell geschadet zu haben. G.B.
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