Pflegegeldversicherungen

Linderung im Ernstfall

Seite 1 von 6

Nächsten Inhalt anzeigen
Konsument 5/2005 veröffentlicht: 22.04.2005

Inhalt

  • Enorme Unterschiede
  • Als Zusatz überlegenswert
  • Einstufung entscheidend

Pflegedienst schwer leistbar

Immer mehr Menschen werden immer älter. Dementsprechend steigt die Nachfrage nach Pflegedienstleistungen. Aber auch jüngere Menschen können durch einen Unfall oder eine Krankheit plötzlich aus dem Erwerbsleben gerissen werden und auf fremde Hilfe angewiesen sein. So wie derzeit 350.000 Personen in Österreich, die das gesetzliche Pflegegeld beziehen und damit offiziell als „pflegebedürftig“ gelten. Schätzungen zufolge werden es im Jahr 2030 doppelt so viele sein. Wachsen die Sozialtöpfe nicht mit, sind Leistungseinschnitte programmiert.

Schon heute sind die Kosten für professionelle Pflege oder einen Heimplatz mit Alterspension und Pflegegeld allein oft kaum zu finanzieren. Um hier einen finanziellen Spielraum zu schaffen, gibt es private Pflegegeldversicherungen in Form einer monatlichen Rente. Der Markt ist mit fünf Anbietern noch relativ klein, und die Produkte weisen große Leistungsunterschiede auf. Im Auftrag der Wiener Arbeiterkammer haben wir Tarife und Produktmerkmale genauer unter die Lupe genommen. Für unsere Vergleichstabelle haben wir aus dem Angebot die in etwa vergleichbaren „mittelteuren“ Produkte ausgewählt.

Pflegegeld reicht nicht

Laut Statistik benötigen Pflegebedürftige im Schnitt sechs Jahre lang eine ständige Betreuung. Vor einigen Jahrzehnten waren es wenige Wochen. Noch übernehmen zu 80 Prozent Angehörige, Nachbarn oder Freunde diese kosten- und zeitintensive Aufgabe. Die übrigen 20 Prozent (Tendenz stark steigend) sind auf private Pflege oder einen Platz in einem Pflegeheim angewiesen. Wer kein privates Netzwerk zur Verfügung hat, muss für zugekaufte professionelle Hilfe wie Reinigung, Hausarbeiten oder Pflege tief in die Tasche greifen (nach einer Erhebung der Volkshilfe NÖ zwischen 8,65 und 27 Euro pro Stunde).

Essen auf Rädern kostet beispielsweise rund 220 Euro pro Monat. Durch das 1993 eingeführte Pflegegeld können heute mehr Menschen über einen längeren Zeitraum zu Hause betreut werden. Das staatliche Pflegegeld wird unabhängig vom Einkommen ausbezahlt, reicht aber in vielen Fällen für die tatsächlichen Kosten der Pflege nicht aus. Eine private Pflegegeldversicherung kann diese Lücke schließen.

Wenige Anbieter

Die Pflegegeldversicherung ist in Österreich eine relativ junge Sparte. Ein reiner Prämienvergleich ist wegen der unterschiedlichen Leistungspakete nicht wirklich aussagekräftig, sondern dient lediglich zur Orientierung. Wir haben nachfolgend die Leistungen anhand einiger Standardmerkmale gegenübergestellt.

Bewertung

Wertung: 2 von 5 Sternen
1 Stimme
Weiterlesen
Bild: VKI