Raiffeisen Kontovorsorge

Zur Vorsorge ungeeignet

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veröffentlicht: 22.06.2010

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Wieder ein Versicherungsprodukt, das Sie sich sparen können.

„Von der Raiffeisen Kontovorsorge profitiert man in jedem Fall“, heißt es in einer Jubelmeldung über die Kontovorsorge, ein neues Produkt der Raiffeisen Versicherung. Der Gedanke dahinter: Wenn man stirbt und das Konto im Minus ist, sollen die Hinterbliebenen diese Schuld nicht abdecken müssen. Bis zu 5000 Euro leistet die Versicherung im Todesfall. Davon wird ein eventuelles Minus auf dem Konto abgedeckt und die Erben bekommen den Rest – oder den gesamten Betrag, wenn das Konto im grünen Bereich war.

Zu geringe Absicherung

Nun ist es sicher sinnvoll, dass Vater oder Mutter vorsorgen, damit die Kinder nicht vor dem Nichts stehen, falls den Eltern etwas zustößt. Aber: Dieses Produkt ist dazu völlig ungeeignet! Wenn vom einen Tag auf den andern ein Gehalt wegbricht, wären 5000 Euro viel zu wenig, um Kindern nur das nackte Überleben bis zur Volljährigkeit zu sichern.  Dazu ist eine Ablebensversicherung mit entsprechend hoher Leistung abzuschließen. Sowie eine  Berufsunfähigkeits- oder  Unfallversicherung, die zahlt, wenn der oder die  Familienerhalter/in  krankheits- oder unfallbedingt nicht mehr arbeiten kann. Eine gute Familienvorsorge plant man komplett für alle Bereiche und stückelt sie nicht aus einzelnen Teilen zusammen.

Sinnlose Kombination

Was uns ebenfalls ärgert: Aus der Werbeunterlage für die Kontovorsorge erfährt man nicht, dass es sich um eine Er- und Ablebensversicherung handelt. Diese Kombination zweier Versicherungen ist unsinnig. Vorsorgen sollte man mit einer  Ablebensversicherung, deren Höhe individuell  angepasst ist. Und für das Ansparen bietet sich eine Fülle von Anlageprodukten vom Sparbuch bis zum Fondssparplan an. Die Kombination zweier Bedürfnisse in einem Produkt bringt dem Kunden nichts!

Nicht billig

Dafür, dass dieses Produkt keinen echten Vorteil bietet, ist die Prämie ganz schön happig: Ein dreißigjähriger Mann bezahlt monatlich 13,18 Euro, eine Frau 12,85 –macht auf Jahresprämien umgerechnet über 150 Euro jährlich – und das  für eine Laufzeit von 30 Jahren. Erlebt der Versicherungskunde noch den Ablauf der Polizze, bekommt er 6400 Euro heraus. Das ergibt eine Nettorendite zwischen 1,9 %(Männer) und 2,1 % (Frauen). Das ist in Anbetracht der langen Bindungsdauer  mickrig.

Nur der Anbieter profitiert

Kein echter Schutz für die Hinterbliebenen, relativ hohe Prämie bei niedriger Rendite: Von dieser Versicherung hat nur der Anbieter etwas. Und natürlich die Bankberater und Vertreter, wenn sie diese Mickymaus-Versicherung erfolgreich unter die Leute bringen. Diese Art von „Vorsorge“ kann man sich sparen.

 

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