Ratenkauf

Unverschämt teuer

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KONSUMENT 1/2015 veröffentlicht: 23.12.2014

Inhalt

Würden Sie für einen Kredit 22 % Zinsen zahlen? Wohl kaum. Dennoch lassen sich viele Menschen zu einem Ratenkauf mit einer solchen Zinsbelastung verleiten.

Aber warum? Die Antwort lautet weil es einfach und unbürokratisch geht und einem Einkommensnachweis und lästige Fragen erspart bleiben.

Im Auftrag der Arbeiterkammer Wien hat der VKI die Zinsen bei Teilzahlungen erhoben. Die effektiven Jahreszinsen betragen

  • bei Baumärkten zwischen 7,68 und 8,54 %,
  • bei Möbelhäusern sind es bis zu 11,67 % und
  • bei Elektrofachmärkten liegen sie bei 14,94 %.
  • Den Vogel aber schießt der Versandhandel ab: Hier sind Zinsen von 21,70 % üblich.

Selbst eine ohnehin teure Kontoüberziehung ist da in vielen Fällen günstiger (maximal 13,5 %). Bankkredite sind heute schon um knapp über 4 % zu haben, im ungünstigsten Fall erreicht der Effektivzins 7,39 %. Der Gang zur Bank lohnt sich also in jedem Fall – so unangenehm er auch sein mag.

Mangelnde Transparenz bei Handelshäusern

Wer keinen Kredit bekommt, sollte sehr genau überlegen, bevor er auf Ratenkäufe ausweicht und damit in die Schuldenfalle tappt. Auffallend ist, dass die Handelshäuser die rückläufige Zinsentwicklung der letzten Jahre komplett ignoriert haben. Das Zinsniveau ist auf einem historischen Tiefstand angelangt, doch die Zinssätze im Handel blieben praktisch unverändert; bei der letzten Erhebung vor zwei Jahren waren die Zinssätze fast bis auf den Zehntelpunkt ident. Dazu kommt die mangelnde Transparenz. Nur 10 von 17 Anbietern geben auf ihrer Homepage den effektiven Jahreszins an, nur 4 bieten einen Finanzierungsrechner. Ein Nominalzinssatz von 10,9 % entpuppt sich beim Nachrechnen als Effektivzinssatz von 21,7 %. Und auch die beliebten Null-Prozent-Aktionen haben es in sich – am Ende wird der Konsument dabei im Extremfall effektiv mit nahezu 10 % pro Jahr belastet.

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