Rentenversicherungen, Marktübersicht Teil 2

Versorgt bis zum Schluss

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Konsument 10/2005 veröffentlicht: 15.09.2005

Inhalt

  • Rentenversicherungen mit Einmalerlag
  • Partner und Erben können bedacht werden
  • Direktionspolizze für informierte Kunden

Kurzer Rückblick

Im ersten Teil unserer Übersicht von Rentenversicherungen haben wir das Ansparmodell – laufende Zahlungen über längere Zeit – untersucht. Was uns damals negativ auffiel: In puncto anfallender Kosten erwiesen sich nahezu alle Versicherer als verschlossen wie die sprichwörtlichen Austern.

Modell Sofortverrentung

Diesmal widmen wir uns dem Modell der Sofortverrentung: Eine 65 Jahre alte Person übergibt einem Versicherer 70.000 Euro und möchte daraus ab sofort eine lebenslange Rente beziehen. Dieser Betrag kann zum Beispiel aus Erspartem stammen, aus der Angestellten-Abfertigung bei Pensionsantritt, muss also nicht lange vorher beim Versicherer angelegt worden sein. Der Vorteil: Kurz vor Pensionsantritt kann auf die persönliche Situation besser eingegangen werden. Im Prinzip handelt es sich bei der lebenslangen Rente um eine Wette: Wird der Versicherte älter als der Durchschnitt, hat er gewonnen, sonst gewinnt der Versicherer.

Deutliche Unterschiede

Auch beim Verrentungsmodell sind die Unterschiede zwischen den Anbietern beträchtlich. Denn obwohl allen Versicherern der gleiche Betrag zur Verfügung steht, beträgt die Differenz bis zu 22 Euro monatlich. Das klingt eigentlich nicht nach viel, ergibt aber hochgerechnet auf 20 Jahre immerhin die stattliche Summe von 4500 Euro! Und auch hier liegt die Ursache für die Differenz in den unterschiedlich hohen Kosten. Manche Versicherer bieten Direktionspolizzen an, die ohne vorhergehende Beratung abgeschlossen werden (Genaueres dazu später). Hier gibt es bei allen Anbietern  gleich hohe Rentenleistungen. Unterschiede in den Rentenleistungen zeigen sich erst bei Versicherern, die keine Direktionspolizzen haben und wo die Abschlusskosten durchschlagen.

Machen Sie einen Vergleich!

Das spricht auf jeden Fall dafür, mehrere Anbieter zu vergleichen, auch wenn das nicht leicht fällt. Zwar unterscheiden fast alle Versicherer klar zwischen garantierten und prognostizierten Beträgen; aber wer kann schon auf Anhieb Werte mit Bonusrenten, vorgezogene Gewinnbeteiligungen, Wertanpassungen und Ähnliches in die richtige Schublade einordnen? Auch bei den Versicherern scheint es manchmal Zuordnungsschwierigkeiten zu geben: Obwohl wir in einer anonymen Erhebung dezidiert nach Rentenversicherungen gefragt hatten, wurden zweimal Produkte der prämiengeförderten Zukunftsvorsorge präsentiert.

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