Ruefa Reisen GmbH

Keine Entschädigung für verpatzte Reise

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KONSUMENT 6/2011 veröffentlicht: 23.05.2011

Inhalt

"Ein Fall für Konsument": Berichte aus unserer Beratung - Fälle, die wir erledigen konnten und solche, an denen wir uns die Zähne ausgebissen haben. - Diesmal: Ruefa Reisen waren bei erheblicher Verspätung in der Reiseplanung nicht gerade kundenfreundlich.

Frau Paisler und Frau Krojer hatten bei Verkehrsbüro-Ruefa eine einwöchige Studienreise nach Ostanatolien um 1.690 € pro Person gebucht. Auf das Weltkulturerbe Berg Nemrut freuten sie sich ganz besonders.

Ihr Urlaub begann vielversprechend. Der Reiseleiter hatte ein enormes Wissen und konnte gut erklären. Doch der Tag, an dem der Berg Nemrut am Programm stand, begann bereits mit einem verspäteten Aufbruch vom Hotel.

Stark verspätet zum Ausflugshighlight

Danach gab es einen außertourlichen 45-minütigen Stopp bei einem Waldrappgehege. Es folgte eine Bootsfahrt am Euphrat und dann – obwohl an sich erst später eingeplant – wurde der Atatürk-Staudamm besichtigt. Mittlerweile war es Nachmittag, die Zeit wurde knapp. Als die Reisegruppe endlich am Berg Nemrut angekommen war, dämmerte es.

Der Aufstieg zu den Besichtigungsfeldern mit den hohen Götterstatuen erfolgte im Eiltempo. Einige Reiseteilnehmer drehten aus Angst vor dem Abstieg bei Dunkelheit gleich wieder um, die anderen kämpften sich weiter nach oben. Beim ersten Besichtigungsfeld war es schon fast finster. Am zweiten Besichtigungsfeld waren die Skulpturen nur mehr schemenhaft oder gar nicht mehr zu sehen. Frau Paisler und Frau Krojer waren zutiefst enttäuscht. Ob sie jemals wieder hierher kommen würden? Das Abendessen wurde dann unterwegs statt im Hotel eingenommen.

Schriftliche Reklamation

Der Reiseleiter wollte der Gruppe "aus eigener Tasche" das Essen bezahlen, was aber u.a. Frau Paisler und Frau Krojer ablehnten. Wieder daheim, beschwerten sie sich schriftlich bei Ruefa über die verpatzte Reise. Drei Wochen später erhielten sie Antwort: Man bitte um Verständnis – unvorhergesehene Umstände hätten die zeitliche Kalkulation über den Haufen geworfen.

Ruefa bleibt stur

So hätten etwa Bauarbeiten auf der Hauptverkehrsstraße einen Umweg über schlechtere Straßen erforderlich gemacht, schrieb Ruefa und übermittelte ein ausführliches Entschuldigungsschreiben des Reiseleiters. In unserem Interventionsschreiben ersuchten wir Ruefa um eine kundenfreundliche Lösung. Doch Ruefa schaltete auf stur: Die Verspätung beim Programmpunkt Berg Nemrut sei nicht auf Desorganisation, sondern auf Straßenbehinderungen zurückzuführen.

Die Bezahlung des Abendessens durch den Reiseleiter sollte obendrein keine Wiedergutmachung sein, sondern das bereits bezahlte Essen im Hotel ersetzen. Die Kosten für dieses Abendessen – 12 € pro Person – werde man selbstverständlich zurückerstatten. Verkehrsbüro-Ruefa Reisen war an einer kundenfreundlichen, außergerichtlichen
Lösung offensichtlich nicht interessiert.

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Bild: VKI