Scheidungsrecht

In bestem Einvernehmen

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KONSUMENT 11/2012 veröffentlicht: 25.10.2012, aktualisiert: 24.01.2013

Inhalt

Eine Scheidung kann auch ohne Hass und Zank über die Bühne gehen und ohne Suche nach einem Verschulden an der Zerrüttung der Ehe.

Dass 90 Prozent der Ehen heutzutage ein­vernehmlich geschieden werden, darf nicht wundern, ist diese Scheidungsmöglichkeit doch die einfachste, billigste und schnellste. Seit 1978 braucht ein Grund für die einvernehmliche Scheidung nicht mehr angegeben zu werden. Einzige Voraussetzung: Die ehe­liche Gemeinschaft muss seit einem halben Jahr aufgehoben sein und die Ehepartner müssen sich über die wesentlichen Scheidungsfolgen (schriftlich) einig sein.

Antrag auf einvernehmliche Scheidung

Die einvernehmliche Scheidung wird durch den gemeinsamen (schriftlichen oder münd­lichen) Antrag beider Ehegatten beim zu­ständigen Bezirksgericht eingebracht. Die Gerichtskosten betragen 266 Euro.

Schriftlicher Scheidungsvergleich

Die Partner müssen dem Gericht eine schriftliche Vereinbarung über die Scheidungsfolgen ­unterbreiten oder sie vor Gericht abschließen; hierfür ist nochmals eine Gebühr von 266 Euro (bzw. 398 Euro mit Liegenschaftstransaktionen) zu erlegen. In der Scheidungsverein­barung (Scheidungsvergleich) ist Folgendes zu regeln: Wer bekommt die Kinder? Wer kommt für den Unterhalt der Kinder auf? Wie wird das Besuchsrecht gehandhabt? (Kann einer späteren Regelung vorbehalten werden.) Wie ist die Unterhaltsbeziehung zwischen den Ehegatten nach der Scheidung? Wie wird das Vermögen aufgeteilt?

Unterhalt: nicht leichtfertig verzichten

Eine Scheidung hat nicht nur schwerwiegende persön­liche, sondern auch weitreichende recht­liche Folgen. Gerade das bei einvernehmlichen Scheidungen herrschende "Blitztempo“ (Gerichtsverhandlungen dauern oft nur 30 Minuten) überfordert bisweilen die ohnedies seelisch angegriffenen Parteien und birgt erhebliche Gefahren, wenn dem Scheidungsvergleich nicht die nötige Aufmerksamkeit gewidmet wird. Insbesondere sollte nicht leichtfertig auf den Unterhalt verzichtet werden.

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Wertung: 4 von 5 Sternen
12 Stimmen

Kommentare

  • Es werden nicht 90% der Ehen geschieden
    von schifkob am 25.10.2012 um 12:21
    Das Eingangsstatement, dass 90 Prozent der Ehen heutzutage ein­vernehmlich geschieden werden, ist unrichtig. Gemeint ist wahrscheinlich, dass 90% der Ehescheidungen einvernehmlich erfolgen. Die Gesamtscheidungsrate in Österreich betrug 2011 ca. 43% (Quelle: Statistik Austria. http://www.statistik.at/web_de/statistiken/bevoelkerung/scheidungen/index.html)
Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo