Sparbücher

Endlich abheben

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Konsument 2/2010 veröffentlicht: 22.01.2010

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Neben täglich verfügbaren Spareinlagen gibt es auch solche, die für kürzere oder längere Zeit gebunden sind. Den Zeitpunkt, an dem eine Bindefrist abläuft, sollten Sparer im Auge behalten.

Zurzeit sind die Zinsen für Spareinlagen niedrig wie nie. Daher hat es momentan wenig Sinn, Geld für einen längeren Zeitraum zu binden. Unser Sparzinsenvergleich zeigt, dass sich die Zinssätze für täglich fällige Spareinlagen und gebundene Einlagen immer mehr annähern. Eine Ausnahme bilden längere Laufzeiten – drei Jahre und mehr. Aber: Während dieses Zeitraums könnte das Zinsniveau wieder steigen und der heute gute Zinssatz mickrig aussehen.

Vor einigen Jahren war die Situation völlig anders: Wer sein Geld für ein oder mehrere Jahre auf die Bank legte, wurde meist mit attraktiverer Verzinsung belohnt. Daher reifen derzeit viele gebundene Sparpro­dukte ab. So wollten wir wissen, wie die Banken beim Ablauf vorgehen. Werden die Kunden rechtzeitig informiert? Wie wird das Geld verzinst, falls der Termin über­sehen wird und das Geld liegen bleibt?

Bindungsvarianten

  • Gebundenen Spareinlagen werden in mehreren Varianten auf dem Markt angeboten. Beim gebundenen Sparbuch gilt meist ­eine Bindefrist von sechs Monaten und man kann laufend Einzahlungen, aber auch Abhebungen tätigen. Darin liegt aber auch der Nachteil dieses Produktes. Denn für jede Einzahlung beginnt die Sechs-­Monats-Frist neu zu laufen und verlängert sich automatisch, wenn dieser Betrag nicht pünktlich zum Stichtag behoben wird. Wird aber die Bindefrist nicht eingehalten, wird das mit einem Zinsabschlag, den sogenannten Vorschusszinsen, bestraft. Bei häu­figen Einzahlungen kann man also praktisch nie ohne Zinsverlust Geld abheben.
     
  • Beim Kapitalsparbuch sind im Gegensatz dazu keine laufenden Ein- und Auszahlungen vorgesehen. Hier wird ein Betrag (viele Banken verlangen eine Mindestsumme) für einen vorher festgelegten Zeitraum mit fixer Verzinsung angelegt. Die Zinsen werden jährlich gutgeschrieben. Vorzeitig abge­hobene Beträge werden gemäß einer Zinsstaffel niedriger verzinst. Ähnlich funk­tioniert das Termingeld (Festgeld, Termineinlage), wo eine bestimmte Geldsumme zu einem vereinbarten Zinssatz für einen fixen Zeitraum angelegt wird. Die Gutschrift der Zinsen erfolgt meist erst am Ende der Laufzeit, auch hier ist oft ein Mindestbetrag vorgeschrieben. Eine vorzeitige Behebung der Einlage ist normalerweise nicht möglich.
     
  • Auf das Prämiensparbuch (Sparbuch zum Ansparen) kann man während eines fest­gelegten Zeitraums regelmäßig Geld einzahlen, wobei Mindest- und Höchsteinzahlungssummen vorgesehen sind. Die Verzinsung ist variabel. Wenn die vereinbarte Laufzeit eingehalten wird, wird neben den Zinsen eine Prämie gutgeschrieben.
     
  • Bundesschätze sind keine Sparbücher, sondern festverzinsliche Wertpapiere der Republik Österreich. Sie sind in verschiedenen Laufzeiten von einem Monat bis zu zehn Jahren und nur über das Onlinekonto der Bundesfinanzierungsagentur erhältlich. Informationen gibt es unter www.bundesschatz.at. Auch bei dieser Anlageform wird vorzeitiges Beheben mit Zinsabschlägen „bestraft“.

 

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Kommentare

  • Auf das Ablaufdatum achten
    von ling am 29.03.2010 um 09:07
    Mitarbeiter der PSK/BAWAG rufen die Kunden vor Ablauf einer Bindungsfrist an. Dieses Service funktioniert sehr zuverlässig. Nach meinen bisherigen Erfahrungen bleiben sie dabei auch sachlich und versuchen sich nicht als "Keiler" für neue Sparformen. Zusätzlich zum Telefonservice geht Raiffeisen allgemein vor: Hier wurden schon Anrufe ohne Bezug auf Sparformen getätigt - nach dem Motto "Wir wollten uns nur erkundigen, ob Sie Bedarf an Beratung etc haben ....".
  • AW: Prämiensparen ??
    von REDAKTION am 01.02.2010 um 16:39

    Nein, Prämiensparbuch und Sparbuch mit Bindefrist sind nicht dasselbe. Beim Prämiensparbuch verpflichtet sich der Sparer während eines bestimmten Zeitraumes regelmäßig Beträge einzuzahlen. Dafür erhält er für alle Einzahlungen für den Zeitraum zwischen Einzahlung und Laufzeitende des Prämiensparbuchs Zinsen und zusätzlich eine Prämie. Wer Geld vor Ablauf der vereinbarten Gesamtlaufzeit vorzeitig abhebt oder das Prämiensparbuch kündigt, muss mit Abschlägen rechnen. Das können Vorschusszinsen sein (die 1 Promille pro Monat der nicht eingehaltenen Bindungsfrist des vorzeitig behobenen Betrages ausmachen) einen Verlust der Prämie oder eine Abzinsung z.B. auf den Zinssatz für Spareinlagen ohne Bindung.

    Beim gebundenen Sparbuch beginnt die vereinbarte Spardauer für jede Einzahlung neu zu laufen. Wird der Betrag bei Ablauf nicht rechtzeitig behoben, verlängert sich eine auslaufende Bindung für eine Einzahlung jeweils automatisch. Bei Behebungen vor Ablauf der Bindefrist werden Vorschusszinsen verrechnet. Wenn auf einem gebundenen Sparbuch laufende Bewegungen in Form von Ein- und Auszahlungen vorhanden sind, ist es sehr schwierig, hier den Überblick zu behalten.

    Ihr Konsument-Team

  • Prämiensparen ??
    von gruenbic am 29.01.2010 um 15:58
    Bei einem Prämiensparbuch mit mehreren Einzahlungen p.a. und auf z.B.3 Jahre gebunden. Bekommt man da bis zum Ablauf der 3Jahre für alle eingezahlten Beträge die vereinbarten Zinsen oder ist es wie beim gebundenen Sparbuch wo jeder eingezahlte Betrag wieder 3 Jahre laufen müsste um nicht nur die Mindestverzinsung zu bekommen ???
Bild: VKI