Sparen im Ausland

Kein Grund zum Fremdgehen

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Konsument 8/2008 veröffentlicht: 18.07.2008

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Auch wenn die Früchte in Nachbars Garten locken: Spareinlagen in den deutschsprachigen Nachbarländern bringen oft mehr Aufwand, aber nicht mehr Ertrag.

Kein Grund zum Auswandern

Wenn’s ums Geldanlegen geht, sollte man verstehen, worauf man sich einlässt. Und das ist am ehesten bei Angeboten in der eigenen Sprache gewährleistet. Österreichische Sparer haben da Glück, denn neben dem großen Finanzplatz Deutschland tut sich Richtung Westen mit der Schweiz, mit Luxemburg oder gar dem Anlegerparadies Liechtenstein die Chance auf, dort mitzunaschen, wo es diejenigen hinzieht, die’s angeblich wirklich dick haben.

Ein Blick auf die Sparzinsen der vier Nachbarländer zeigt aber: Für den durchschnittlichen Sparefroh ist dort nicht übermäßig viel zu holen. Es gibt zwar – speziell in Deutschland – eine fast unüberblickbare Menge an Angeboten für Spar- und Termineinlagen. Und wer sich zum Beispiel per Internet durch Hunderte Angebote wühlt, wird schon einmal auf ein attraktives Angebot stoßen. Im Großen und Ganzen kann aber – bei vergleichbarer Sicherheit und deutlich weniger Aufwand – beruhigt auf heimische Sparprodukte zurückgegriffen werden. Mithilfe des "Konsument"-Zinsvergleichs (siehe dazu: "Mehr zum Thema") finden sich vor allem bei den Direktbanken attraktive Angebote, die derzeit auch mit riskanteren (Wertpapier)-Investments mithalten können.

Lohnt sich der Aufwand?

Wer ein verlockendes Angebot einer zum Beispiel luxemburgischen oder Schweizer Bank entdeckt, muss sich zunächst über die formellen Schritte kundig machen (siehe dazu: "Sparen im Ausland"), denn was im Inland relativ unproblematisch vonstatten geht (wie die Kontoeröffnung und die automatische Zinsbesteuerung durch die Banken in Form der KESt), kann bei Veranlagungen im Ausland einigen Aufwand verursachen.

Davor sollte aber auch noch einmal der Rechenstift angesetzt werden: Bei Superzinsen ist möglicherweise – wie überall, auch in Österreich – entweder irgendwo ein Risiko versteckt, zum Beispiel eine Kapitalgarantie, die nur 80 % des Spargeldes gewährleistet, oder eine Verbindung mit Wertpapieranteilen. Oder man stellt fest, dass es mit den Zinsen zum Beispiel nach Abzug der Spesen oder angesichts der relativ hohen Mindesteinlage nicht mehr so weit her ist. Ein Vergleich mit inländischen Sparangeboten lohnt sich immer, und vor allem bei größeren Beträgen bewährt sich nach wie vor eine Taktik, die in Zeiten des Onlinebanking immer mehr in Vergessenheit gerät: mehrere Banken persönlich aufsuchen und einen höheren Zinssatz ausverhandeln.

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Bild: VKI