Sparen: strukturierte Anlageprodukte

Garantiert undurchsichtig

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Konsument 2/2010 veröffentlicht: 19.01.2010, aktualisiert: 22.01.2010

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Seit der Finanzkrise sind Anlageprodukte gefragt, die mit Sicherheit werben. Eine nähere Analyse zeigt aber, dass der Ertrag oft zu wünschen übrig lässt.

Was haben uns die heimischen Finanzdienstleister versprochen, nachdem der Finanzmarkt in Übersee durch „die wirren Spekulationen dort“ den Bach hinunterging und unsere Waisenknaben mitzureißen drohte? Natürlich Besserung und jede Menge vertrauensbildende Maßnahmen.

Was versprechen sie uns heute, noch unter dem Eindruck der Krise stehend? Zum Beispiel „… mehr als 16 Prozent Gewinn“ (Wüstenrot) oder auch „ … eine Verzinsung von bis zu 7 %“ (Erste Bank, s-Versicherung, Wiener Städtische), und das bei voller Kapitalgarantie!

Keine Spur von Transparenz

Selbst völlig unbedarfte Sparer ahnen: Derart hohe Erträge bei maximaler Sicherheit – das gibt’s doch nicht! Und sie haben recht. Sieht man sich einige der Anlageprodukte an, die von den großen Anbietern hierzulande derzeit stark beworben werden, muss man feststellen, dass offenbar wie zuvor mit allen Mitteln Kundenfang betrieben wird. Von Transparenz und Vertrauensbildung keine Rede.

Bei den zufällig ausgewählten Angeboten handelt es sich mehrheitlich um kompliziert aufgebaute, ineinander verschachtelte Versicherungsund Wertpapierprodukte, bei denen oft nicht gewiss ist, ob auch nur ein Cent mehr herauskommt als das eingezahlte Kapital. Und da bei einigen nicht einmal so richtig klar ist, wer denn für die Kapitalgarantie geradesteht, sollte man sich auch darauf nicht zu hundert Prozent verlassen. Schließlich ist in den vergangenen Monaten so mancher große Finanzdienstleistungsanbieter ins Trudeln geraten.

„Sicher UND ertragreich“ gibt’s nicht

Sicherheit steht bei Anlegern verständlicherweise hoch im Kurs. Kapitalgarantien sind daher für viele ein entscheidendes Kriterium bei der Geldanlage. Sie bringen aber, selbst wenn man dem Garantiegeber vollständig vertraut, weitere Nachteile mit sich: Erstens geht Sicherheit immer auf Kosten des Ertrags. Die tatsächliche Nettorendite ist auch bei den Angeboten, die wir uns angesehen haben, zum Teil äußerst mickrig: zum Beispiel 0,87 Prozent beim Bank Austria S.M.I.L.E. Garant II oder 0,75 Prozent beim BAWAG Österreich Sparbuch.

Das, was in Aussicht gestellt wird, liegt natürlich deutlich darüber, ist jedoch nur unter günstigsten Marktbedingungen – in manchen Fällen aber gar nicht – zu erzielen.

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Bild: VKI