Überweisungen: schneller geworden

Geht doch!

Seite 1 von 8

Nächsten Inhalt anzeigen
Konsument 11/2010 veröffentlicht: 21.10.2010

Inhalt

  • Überweisungen wurden schneller
  • Beleghafte Überweisungen sind immer schwieriger abzuwickeln 
  • Keine spürbaren Vorteile durch IBAN und BIC

Der EU wird gern so manches Übel zugeschoben. Diesmal sei den "Obereuropäern" aber auf die Schulter geklopft: Sie haben den Banken Beine gemacht. So kommt es, dass Überweisungen nun im Schnitt um einen Tag schneller auf dem Konto des Empfängers sind als bei unserem letzten Test vor drei Jahren. Eine erfreuliche Nachricht für alle Bankkunden und ein schöner Erfolg für die Initiatoren von SEPA, der ­europäischen Banken-Plattform für europa­weiten Zahlungsverkehr.

Mehr als 1.800 Test-Überweisungen

Um eine wirklich repräsentative Aussage treffen zu können, haben wir für unseren Test zu allen möglichen Tageszeiten mehr als 1.800 Überweisungen auf den Weg geschickt – online und beleghaft (also in Form eines Überweisungs­belegs); wie bisher üblich mit Kontonummer und Bankleitzahl, aber auch auf die neue, zukünftige Tour mit IBAN und BIC. Selbstbedienungsgeräte zum Ein­lesen spielten beim Test keine Rolle, weil sie weitgehend einer Onlineüberweisung entsprechen.

Interne Überweisungen gehen flott

Auch Überweisungen innerhalb eines Instituts oder Konzerns, also zum Beispiel von einer ERSTE-Filiale zu einer anderen, wurden nicht in die Durchschnittsberechnung aufgenommen, weil sonst ungleiche Ausgangsbedingungen für die Anbieter bestanden hätten. Es soll aber nicht unerwähnt bleiben, dass konzerninterne Überweisungen erfreulich kurz dauerten. Online waren sie oft sogar noch am selben Tag auf dem Empfängerkonto.

Neun Banken im Überweisungs-Test

In unserem Test waren neun Banken vertreten:

  • Bank Austria
  • BAWAG
  • easybank
  • ERSTE Bank
  • NÖ Hypobank
  • Oberbank
  • P.S.K.
  • Raiffeisenlandesbank NÖ Wien und
  • Raiffeisenbank Stockerau

Von den 1.800 Überweisungen wurden nahezu alle im Rahmen der maximalen Überweisungsdauer erledigt, also innerhalb von drei Bankgeschäftstagen, zum Teil sogar erheblich schneller.

Bewertung

Wertung: 2 von 5 Sternen
3 Stimmen
Weiterlesen

Kommentare

  • Meinung eines "Befangenen"
    von blackbox- am 29.12.2010 um 13:30
    SEPA betrifft uns alle. Die Veränderungen bringen für manche mehr Nutzen und für andere ist der Nutzen nicht direkt ersichtlich (was nicht bedeutet, dass es keinen gibt). Veränderungen, vor allem in solchen Dimensionen, brauchen Zeit. Die länderübergreifende Vernetzung bei Unternehmen schreitet immer mehr voran und auch wir Privatpersonen provitieren von der Standartisierung im Zahlungsverkehr. Denn auch im Privatbereich sieht man sich übers Internet mehr im Ausland um. Die Bezahlung einer Rechnung im EU-Ausland ist wie eine Inlandszahlung. Keine extra Gebühren, keine Besonderheiten in der Erfassung, kurze Laufzeiten. Meine Erfahrungen bei ebay-Käufen und Webhop-Einkäufen im Ausland sind durchwegs positiv. Da ist genau betrachtet die IBAN Erfassung keine große Sache mehr, weil ich nur ein paar Zeichen mehr eingeben muss.
  • Geht doch NICHT!
    von Wasis am 22.10.2010 um 10:54
    Leider haben die Banken rausgefunden, dass diese neuen Regeln für Unternehmen nicht gelten. Oft dauern die Überweisungen nun länger als früher, jedenfalls aber nicht schneller als bisher. Die Kontoverwaltung wird erschwert, da man nie gewiss sein kann, wann die Beträge tatsächlich eintreffen. Großhändler ziehen Einzüge in Ausnutzung der neuen Bedingungen sogar früher ein. Bei Kontoauszügen gilt der Saldo nicht mehr, da Beträge aufscheinen, die eine andere Wertstellung haben. Unternehmen sind keine Konsumenten, ich weiß. Kleinbetriebe und Ein-Mann-Firmen haben aber leider keine Lobby, die ihre Interessen vertreten (die Kammerfunktionäre sitzen ja selbst in den Banken). Zur Eingabe der IBAN-Nummern wünsche ich bereits jetzt viel Spaß. Hierzu wurden die Firmen von den Banken seit Jahresanfang durch Telebanking-Updates indirekt bereits gezwungen. War ein Vergnügen, vor allem da auf vielen Papieren die IBAN-Nummern noch nicht angeführt waren und sind (nicht einmal bei den Banken selbst). Die EU macht halt selten was wirklich richtig und Banken tun ohne Zwang gar nichts. Da kann man sich jedes Lob sparen.
  • SEPA
    von wag am 21.10.2010 um 14:29
    Bravo! Endlich kommt Bewegung in die SEPA und in alles was zahlungsverkehrsmäßig damit verbunden ist. Information dazu ist wichtig, die positiven Auswirkungen aufzuzeigen sehr erfreulich. Einheitliche, grenzüberschreitende Regelungen, welche sich noch dazu kostensenkend für alle Bankkunden, also letzendlich für "alle" auswirken, das ist beispelhaft "europäisch"! Sonderapplaus für "die EUROpäischen Banken"!!!
Bild: VKI