Überziehung bei Jugendkonten

Lizenz zum Schuldenmachen?

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Konsument 11/2007 veröffentlicht: 19.10.2007

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Kontoeröffnung ohne Sanktus der Eltern - bei Bankomatkassen Überziehung möglich - an Bankomaten und Schaltern nicht auszutricksen

Konto ohne Minus

Ein eigenes Bankkonto für junge Leute zwischen 14 und 19 Jahren ist doch eigentlich eine feine Sache: Es ist meist gratis, und die Jugendlichen können so die Grundzüge des modernen Geldverkehrs verstehen lernen, noch dazu ohne Risiko. Denn selbst wenn die Augen größer sind als der Geldsäckel, kann das Konto nicht ins Minus rutschen. Technische Maßnahmen der Kreditinstitute sorgen hier vor. Doch als erprobte Skeptiker wissen wir: Wo Technik im Spiel ist, sind meist auch Störungen nicht weit. Können sich Eltern wirklich darauf verlassen, dass den ersten Kontoerfahrungen ihres Nachwuchses kein dickes Ende folgt?

Im Großen und Ganzen ja, aber hundertprozentig darauf bauen sollten sie nicht, wie unsere beiden 15-jährigen Tester feststellen mussten. Rund 250 Behebungen hatten die Jugendlichen bei 13 verschiedenen Kreditinstituten versucht – und dabei viel Neues gelernt. So etwa, dass sich Jugendkonten inklusive Bankomatkarte ganz problemlos auch ohne Einwilligung der Eltern eröffnen lassen, selbst wenn man als Schüler noch gar nicht über ein eigenes Einkommen verfügt. Der Gesetzgeber sieht das zwar ein wenig anders, aber wir wollen hier nicht so streng sein. Schließlich wiesen unsere Youngsters bei der Eröffnung extra darauf hin, dass keine Überziehung möglich und das Kartenlimit auf 50 Euro beschränkt sein sollte. Was kann da schon passieren!

Der Papa wird’s schon richten!

Oberbank, Hypo Niederösterreich, Raiffeisen Stockerau und Volksbank Wien gingen (erfreulicherweise) trotzdem auf Nummer sicher: Hier wurde eine Einverständniserklärung der Eltern eingefordert, allerdings gleich in Form einer Haftungserklärung. Das heißt, wenn der Nachwuchs das Konto ins Minus bringt, haften die Eltern für den überzogenen Betrag. Und damit die Schulden auch wieder eingetrieben werden können, müssen die Erziehungsberechtigten zum Beispiel bei der Volksbank Wien eine Lastschrift-Einzugsermächtigung für ihr Konto erteilen.

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