Versicherungen für Skifahrer

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Konsument 11/2010 veröffentlicht: 12.10.2010

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  • Welche Versicherungen brauchen Skifahrer tatsächlich?
  • Welche sind entbehrlich?

"Wollen Sie eine Versicherung dazu?" Diese Frage hört man beim Einkauf öfter. Auch der Sporthandel bietet Käufern von Ski oder Snowboard eine Polizze an; die soll bei Bruch, Beschädigung oder Diebstahl Ersatz leisten. Viele schließen die Versiche­rung auch ab: Auf ein paar Euro mehr soll’s ja nicht ankommen.

Teuer und mit vielen Klauseln

Ein Irrtum, denn billig sind solche Ski­versicherungen keineswegs. Wir haben uns die Angebote zweier Handelsketten, näm­lich Intersport Eybl und Hervis, näher an­geschaut. Die Bedingungen sind bei  beiden Unternehmen recht ähnlich.

Die Prämie  beträgt bei Hervis im ersten Jahr 7 Prozent vom Kaufpreis, im zweiten Jahr  sogar  10 Prozent. Das macht bei Ski im  Neuwert von 300 Euro insgesamt immerhin 51 Euro!  Intersport Eybl hat nur 2­Jahres­Verträge;  Ski um 300 Euro sind hier um 44,99 Euro  versichert.

Der Schaden wird auch nicht  vollständig ersetzt: Im ersten Jahr gelten bei beiden Versicherungen 20 Prozent Selbst­behalt, im zweiten Jahr stolze 40 Prozent. Prinzipiell gibt es nur Naturalersatz, also neue Ski oder Boards, die man natürlich beim jeweiligen Händler kaufen muss.

Zahlung unter einschränkten Bedinungen

In den Versicherungsbedingungen sind zudem zahlreiche Ausschlüsse aufgelistet, bei denen die Versicherung nicht zahlt: etwa bei Schäden infolge von normaler Abnutzung oder Materialfehlern. Auch Schusselige, die ihre Brettln irgendwo ste­hen lassen und nicht mehr finden, schauen durch die Finger.

Diebstahl oder eine Be­schädigung von Bindung und Skistöcken sind ebenfalls ausgeschlossen. Und wur­den Board oder Ski über Nacht nicht in ei­nem versperrten Raum aufbewahrt und entwendet: Pech gehabt!

Gleiches gilt für den Diebstahl aus Wohnhaus oder Keller des Versicherten – immerhin springt hier wenigstens die Haushaltsversicherung ein. Der Diebstahl muss angezeigt werden, will man in den Genuss der Versicherungsleis­ tung kommen. Spezielle Skiversicherungen sind somit entbehrlich, weil teuer und im Ernstfall oft wenig hilfreich.

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Kommentare

  • Verpflichtende Haftpflichtversicherung für ALLE Skifahrer!
    von escargot am 10.01.2011 um 18:59
    Da es immer wieder vorkommt, dass SkifahrerInnen nach einem Zusammenstoß mit anderen sich verbotenerweise einfach "aus dem Staub machen" und den/die Verletzte(n) aus Angst vor den oft nicht unerheblichen Folgen (z.B. Anzeige wegen Körperverletzung!) einfach im Schnee liegen lassen, wäre es höchste Zeit, dass VERPFLICHTEND mit Kauf einer Liftkarte eine Haftpflichtversicherung abzuschließen ist! Das würde einen wenigtens vor den Folgekosten eines solchen Unfalls schützen (analog zu einer Auto-Haftpflichtversicherung)!
  • Unfallversicherung sinnvoll!?
    von LichtenöckerA am 21.10.2010 um 13:54
    Bin der Meinung, daß eine private Unfallversicherung genauso "nötig" ist wie die private Haftpflichtversicherung. Im Falle eines Freizeitunfalles, kann eine Unfallinvalidität mit schweren Ausmaßen eine EXISTENZBEDROHUNG darstellen (laufende Fixkosten, Einkommensverluste, Umbauten im Wohnbereich, verbesserte Heilbehelfe, private Therapien etc.etc.etc.). Also aus meiner Sicht sollte man "sinnvoll" auf "nötig" ändern! mfg A.L.
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