Versicherungen: Schadensmeldung

So wird’s gemacht!

Seite 1 von 8

Nächsten Inhalt anzeigen
KONSUMENT 5/2012 veröffentlicht: 27.04.2012, aktualisiert: 28.06.2012

Inhalt

Damit der Versicherer im Schadensfall zahlt, ist nicht nur die passende Versicherung gefragt, ­sondern auch rasches Reagieren und richtiges Vorgehen bei der Meldung des Schadens.

"Das gibt’s doch gar nicht!", ärgerte sich Herr W. Mehr als sechs Jahre zahlte er nun schon in eine Haushaltsversicherung ein, ­ohne sie in Anspruch genommen zu haben. Und nun, wo er die Rechnung für die neu verglaste Wohnzimmertür eingereicht hatte, verweigerte die Versicherung die Zahlung, obwohl seine Polizze Glasbruch enthielt. Was war da schiefgelaufen?

Rasch Meldung machen

Herr W. hatte die zerschmetterte Glastür ­eigenhändig ausgehängt und zum Glaser ­gebracht. Und weil er anstelle des altmodischen Strukturglases ein elegantes Sandstrahlmotiv wünschte, gab er die Reparatur so in Auftrag. Den der Glaser auch erledigte. Etwa sechs Wochen später schickte Herr W. die Glaser-Rechnung endlich an den Ver­sicherer. Doch der winkte ab: Erstens hätte Herr W. den Schaden unverzüglich melden müssen.

Einwilligung zur Schadensübernahme

Zweitens hätte er, bevor er den ­Glaser beauftragte, die Einwilligung des Versicherers zur Schadensübernahme einholen müssen. Üblicherweise erledigt das der Glaser. Doch hier hatte der Professionist wegen des klar erteilten Auftrags nicht nachgefragt, ob es sich um einen Versicherungsfall han­delte. Und drittens hatte Herr W. nicht gleichwertigen Ersatz geordert, sondern das um ein Vielfaches teurere Spezialglas.

"Geschönte" Berichte nicht zielführend

Die Lehre daraus: Versicherte sollten nicht nur den Inhalt ihres Versicherungsvertrages kennen, sondern auch wissen, wie im Schadensfall vorzugehen ist. Dazu zählt, den ­Versicherer umgehend und genau über den Schaden zu informieren. Viele Versicherte sind unsicher, wie sie dabei genau vorgehen sollen. Schock und Aufregung führen dazu, dass Fehler passieren, etwa dass Schädiger und Geschädigter vertauscht oder unzureichende Angaben gemacht werden.

Immer wieder kommen außerdem Versicherte in ­unsere Beratung, die den Schadens­hergang "geschönt" haben. Prompt lehnen viele Versicherer eine Kostenübernahme ab. Wird der Hergang in der Folge berichtigt, verweigert der Versicherer allein schon wegen der uneinheitlichen Aussagen jede Leistung.

Unabhängige Beratung

Wer sich nicht sicher ist, sollte daher rasch eine unabhängige Beratungsstelle oder einen unabhängigen Versicherungsmakler auf­suchen und sich bei der Schadensmeldung unterstützen lassen. Im Nachhinein gibt es meist nur geringe Chancen, noch eine ­Schadensdeckung zu erreichen.

Die folgenden Seiten dieses Artikels sind kostenpflichtig.

Falls Sie Abonnent sind, melden Sie sich bitte an:
 
Falls Sie kein Abonnent sind, wählen Sie bitte eine der folgenden Optionen:

KONSUMENT-Abo

52 Euro: 12 Hefte + Online-Zugang  Mehr dazu

KONSUMENT-Online-Abo

25 Euro: 12 Monate Online-Zugang  Mehr dazu

Online-Tageskarte

5 Euro: 24 Stunden Online-Zugang  Mehr dazu

Inhalt

Bewertung

Wertung: 4 von 5 Sternen
8 Stimmen
KONSUMENT-Probe-Abo