Wenn der Kasten nicht passt

Fa. Leiner war mehr als kulant

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Konsument 10/2004 veröffentlicht: 21.09.2004, aktualisiert: 22.09.2004

Inhalt

Eine betagte Dame träumte von einem schönen neuen Kasten. Doch dann gab es ein unangenehmes Erwachen…

„Helfen S’ mir, ich weiß mir keinen Rat!“ Eine weißhaarige Dame saß im Frühjahr verzweifelt in unserer Beratung. „Ich möchte so gern endlich meinen Kasten, aber bei der Firma Leiner geht nichts weiter.“

Bestellt und bezahlt . Begonnen hatte die Geschichte im vorigen Oktober, erzählte Frau Swoboda. Da hatte sie den Entschluss gefasst, ins Pensionistenheim zu übersiedeln. Ihre alten Möbel passten nicht ins Zimmer, also wollte sie einen neuen Kasten. Mit dem Plan des Zimmers im Heim war sie ins bekannte Wiener Möbelgeschäft Leiner gegangen. Den Kasten hatte sie sofort bei der Bestellung bezahlt, mehr als 2300 Euro. Aber bei der Lieferung sei der Kasten nicht in Ordnung gewesen. Jetzt wartete Frau Swoboda schon mehrere Wochen vergeblich.

Nicht die Firma war schuld. Also schrieben wir an Leiner und baten um die Behebung der Mängel. Prompt kam die Antwort des Unternehmens, doch anders als erwartet. Dass der Kasten nicht ins Zimmer passte, stimmte. Aber das lag daran, dass Frau Swoboda beim Ausmessen einen Mauervorsprung übersehen hatte. Die Leiner-Mitarbeiter hatten den Schrank also wieder mitgenommen und gekürzt. Doch mit dem Ergebnis sei die Kundin nicht zufrieden gewesen. Auch das Ergebnis eines zweiten Umbauversuches habe ihr nicht gefallen. Und dass Frau Swoboda sofort bei der Bestellung alles bezahlt hatte, sei im Möbelhandel nicht üblich. Doch das sei ihr eigener Wunsch gewesen, genötigt habe man sie bei Leiner gewiss nicht.

Großzügige Lösung. Kurz, es handelte sich um eine vertrackte Sache, die auch psychologisches Fingerspitzengefühl erforderte. Denn im Grunde war Frau Swoboda ja selbst schuld an der Malaise. Aber wir wollten dennoch für die Seniorin eine gute Lösung finden. Und bei Leiner zeigte man sich äußerst entgegenkommend. Nicht zum ersten Mal übrigens. Obwohl man der Firma die Fehler wirklich nicht anlasten kann, wurde der Kasten zurückgenommen. Und Frau Swoboda erhielt das seinerzeit bezahlte Geld in voller Höhe zurück. Das war weit mehr Kulanz, als man erwarten durfte. Hingegen ist nicht überliefert, ob Frau Swoboda inzwischen ihren Traumkasten gefunden hat.

Namen betroffener Konsumenten wurden von der Redaktion geändert.

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Bild: VKI