Wiener Städtische Versicherung

Psychische Erkrankung: kein Versicherungsschutz?

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Konsument 1/2011 veröffentlicht: 16.12.2010

Inhalt

„Ein Fall für Konsument": Berichte aus unserer Beratung - Fälle, die wir erledigen konnten und solche, an denen wir uns die Zähne ausgebissen haben. - Diesmal: Wiener Städtische Versicherung übernahm die Kosten für den Krankenhausaufenthalt doch noch.

Frau Hang aus Wien freute sich riesig, als ihre Schwester aus Vietnam endlich auf Besuch kam. Um 60 Euro schloss sie für die Schwester bei der Wiener Städtischen eine 3-monatige Krankenversicherung für Ausländer ab, die sich vorübergehend in Österreich aufhalten. Sie erhielt umgehend die Polizze, auf deren Rückseite unter anderem die Versicherungsausschlüsse („nicht versichert ist …“) aufgelistet waren. Die Allgemeinen Versicherungsbedingungen wurden Frau Hang nicht ausgehändigt.

Kostenübernahme abgelehnt

Frau Hangs Schwester war bereits einige Wochen in Wien, als sie akut erkrankte. Sie musste in ein Spital eingeliefert und in der psychiatrischen Abteilung stationär behandelt werden. Frau Hang meldete die Erkrankung der Wiener Städtischen. Doch diese lehnte die Kostenübernahme für den Spitalsaufenthalt ab. Die Begründung: „… Diese Versicherung ersetzt bedingungsgemäß keine Kosten im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen jeglicher Art und damit zusammenhängende Erkrankungen und Unfälle …“

Psychische Erkrankungen nicht angeführt

Frau Hang war entsetzt und bat uns um fachkundige Unterstützung. In unserem Interventionsschreiben an die Wiener Städtische hielten wir fest, dass aus der Polizze, die Frau Hang bekommen hatte, nicht hervorgeht, dass psychische Erkrankungen nicht versichert sind. Im Polizzen-Abschnitt „nicht versichert ist …“ waren psychische Erkrankungen nicht angeführt. Da Frau Hang keine weiteren Unterlagen erhalten hatte, könne die Ablehnung der Kostenübernahme auch nicht mit Bestimmungen der Allgemeinen Versicherungsbedingungen begründet werden. Die Ablehnung des Versicherungsschutzes für psychische Erkrankungen sei ein Versehen gewesen, ließ uns die Wiener Städtische daraufhin wissen. Man bedaure und werde die Kosten für den Krankenhausaufenthalt übernehmen.

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