Wiener Städtische Versicherungs AG

Altes Haus mit alten Leistungen: keine Haftung?

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Konsument 3/2010 veröffentlicht: 17.02.2010

Inhalt

Ein Fall für "Konsument": Aus unserer Beratung - Fälle, die wir erledigen konnten und solche, bei denen wir nichts erreichen konnten. Diesmal: Wiener Städtische Versicherungs AG verweigerte Zahlung. 

Frau Thuma hatte 2006 ein altes Haus in Gloggnitz erstanden. Wie schon die Vorbesitzer schloss auch sie die Eigenheimversicherung bei der Wiener Städtischen ab. Einige Monate nach Vertragsabschluss kam es zu einem Rohrbruch am Heizkessel, wenig später war ein Abflussrohr im Badezimmer defekt, Fußboden und Wände waren durchfeuchtet.

Begutachtung nach etlichen Monaten

Frau Thuma holte einen Kostenvoranschlag für die Reparaturarbeiten ein und kontaktierte die Wiener Städtische. Nach etlichen Monaten wurde der Schaden von einem Sachverständigen begutachtet. Danach geschah nichts. Frau Thuma urgierte. Mittlerweile hatte zudem ein Sturm einige Ziegel vom Dach gerissen. Acht Monate nach der ersten folgte eine umfassendere zweite Schadensbegutachtung.

Kostendeckung abgelehnt

Frau Thuma wurden nun 75 Euro für die zu Bruch gegangenen Dachziegel angeboten. Die Deckung der Rohr- und Wasserschäden wurde von der Wiener Städtischen mit dem Argument abgelehnt, die Rohrleitungen seien dem Gebäudealter entsprechend in sehr schlechtem Zustand, Defekte am Heizkessel nicht mitversichert.Das kann ja wohl nicht sein, dachte Frau Thuma. Das Haus war bereits seit Jahrzehnten bei der Wiener Städtischen versichert, sein Zustand daher bei Vertragsabschluss bekannt!

Irrtümlich abgelehnt

Sie bat uns um Hilfe. Wir ersuchten die Wiener Städtische in unserem Interventionsschreiben um einen akzeptablen Lösungsvorschlag und um Überprüfung bezüglich Versicherbarkeit dieses Hauses. Das Haus sei durchaus versicherbar, antwortete die Wiener Städtische. Doch laut Vertragsbedingungen seien Schäden am Heizkessel vom Versicherungsschutz ausgenommen. Schäden an Rohrleitungen seien aber gedeckt, die Ablehnung der Entschädigung sei irrtümlich erfolgt. Frau Thuma erhielt schließlich 75 Euro für den Sturm- und 2.230 Euro für den Rohrschaden ersetzt.

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Bild: VKI