Zahlen beim Zahnarzt

Klare Rechnung, gute Freunde

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Konsument 8/2005 veröffentlicht: 18.07.2005, aktualisiert: 01.08.2005

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Es gibt keine verbindliche Vorschrift wie eine Zahnarztrechnung aussehen muss. Hier eine Orientierungshilfe.

Kaffeesudlesen in unklaren Rechnungen

2003 und 2004 baten wir unsere „Konsument“-Leser: „Schicken sie uns Ihre Zahnarztrechnungen, damit wir wissen, was die Österreicher für zahnärztliche Privatleistungen bezahlen.“ Das Ergebnis steht in Konsument 1/2005. Was uns auffiel: Gar nicht wenige Rechnungen waren unklar, irreführend oder für Patienten wenig aussagekräftig. In manchen Fällen grenzte es an Kaffeesudleserei, welche Leistungen tatsächlich erbracht worden waren. Ein Vergleich: Jeder Kunde würde sich an die Stirn tippen, wenn ein Kfz-Verkäufer auf die Rechnung schreibt: „ein rotes Moped und ein Dieselauto (weiß lackiert)“.

Keine bindende Vorschrift   

Wir fragten den Pressesprecher der Kurie der Zahnärzte, Dr. Günther Knogler, ob es eine bindende Vorschrift, ein Gesetz, eine Empfehlung der Ärztekammer zur Form von Zahnarzt-Rechnungen gebe. Knogler: „Nein, diese Vorschrift gibt es nicht.“ Und wie sollte eine gute Zahnarztrechnung aussehen? Knogler: „Meiner Meinung nach muss auf einer Rechnung erkenntlich sein, was geschehen ist und wofür der Patient bezahlt hat. – Die Rechnung muss verständlich sein.“

Quittung ja, Rechnung nein

„Müssen Zahnärzte eine Rechnung stellen?“ wollten wir vom Finanzministerium wissen. Antwort: Nein  (wörtlich zitiert: „Das Steuerrecht sieht keine Verpflichtung zur Rechnungsausstellung gegenüber Privatpersonen vor“).  Der Zahler dürfe aber eine Quittung verlangen, die muss Gläubiger, Zahler, Ort, Zeit und den „Gegenstand der getilgten Schuld“ enthalten.) Den vollen Wortlaut der Fragen an das Finanzministerium und die Antworten finden Sie links oben unter der Überschrift "Das sagt das Finanzministerium".

"Edelmetall" ist mehrdeutig

Anders als in Deutschland müssen bei uns nicht die Kosten für die Leistung des Zahntechnikers (Labor) getrennt ausgewiesen werden. Üblicherweise geben Zahnärzte an, wenn Sie sogenannte „Edelmetall“-Legierungen verwenden. Dann findet sich auf der Rechnung eine eigene Position „Edelmetall“. Dieser Begriff ist aber mehrdeutig, kann Silber und Gold umfassen und über die Höhe des Edelmetallgehaltes ist nichts gesagt. „Hochgold“ ist da präziser (und auch medizinisch zu empfehlen).

Üblicherweise keine Mehrwertsteuer

Mehrwertsteuer fällt in Österreich für zahnärztliche Leistungen keine mehr an. Sollten Sie bei einem Zahnarzt aber ein Produkt kaufen (z.B. zur Zahnpflege), dann ist Mehrwertsteuer fällig.

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Bild: VKI