Zusatzpensionen

Abzocke statt privater Vorsorge

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KONSUMENT 3/2012 veröffentlicht: 20.02.2012, aktualisiert: 26.04.2012

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Die privaten Zusatzpensionen basieren vorwiegend auf unflexiblen, undurchsichtigen, kostenintensiven Lebensversicherungen und decken aus heutiger Sicht nicht einmal den Kaufkraftschwund ab. Höchste Zeit für Alternativen.

Am staatlichen Pensionssystem ist in den vergangenen Jahren kaum ein gutes Haar gelassen worden. Zu ineffizient, zu wenig profitabel, weil das von den Versicherten eingezahlte Geld nicht "arbeiten" kann, und sowieso langfristig nicht mehr finanzierbar ist das verstaubte Pensionssystem in den Augen vieler. Wer es sich nur irgendwie leisten kann, möge sich um ein Kapitalanlage-Produkt des privaten Sektors bemühen. Damit soll jene Lücke gefüllt werden, die sich vielleicht nach der Pensionierung auftut, wenn das Einkommen durch die Pension nicht mehr so hoch ist, man den gewohnten Lebensstandard aber beibehalten möchte.

Was bringen Zusatzpensionen tatsächlich?

Doch was bringen die über Banken und Versicherer abgeschlossenen Zusatzpensionen tatsächlich? Können sie die Versprechen einlösen, mit denen über die Garantiebeträge hinaus geworben wird? Immerhin zahlt man bei den fertig geschnürten Vorsorgepaketen oft ebenso wie bei der staatlichen Rente jahrzehntelang ein, ohne je genau zu wissen, was einen am Ende erwartet.

Staatlichen Renten zuverlässig ausgezahlt ...

Die Fakten sprechen fürs Erste eine recht deutliche Sprache: Während die staatlichen Renten und Sozialleistungen auch in den jüngsten Krisenzeiten bis auf den letzten Cent zuverlässig ausgezahlt wurden, zeichnen sich bei der zweiten und dritten Säule der Altersvorsorge seit einiger Zeit mehr oder weniger drastische Einbrüche ab.

... aber private Betriebspensionen gekürzt

Betriebspensionen werden reihenweise gekürzt, weil die Annahmen viel zu optimistisch waren oder Gelder verspekuliert wurden. Bei Lebensversicherungen werden die Kunden nach jahrelangem Ansparen mit einem "Minusertrag“ abgespeist. Die Renditeerwartungen prämiengeförderter Zukunftsvorsorge-Produkte werden plötzlich unter denen eines täglich fälligen Sparbuchs eingestuft, weil der Aktienanteil, der eigentlich die höhere Rendite hätte bringen sollen, fast ganz abgestoßen werden musste.

In der Tabelle finden Sie:

Marke, Type, Produkte, Dienstleistungen
Allianz R2, Bank Austria Versicherung PM/R, Generali P-12RTOP, Raiffeisen Versicherung RL763, s-Versicherung P7, Uniqa 1160 IX GR S, Wiener Städtische X60

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Kommentare

  • Klärung Kündigung?
    von spardat am 20.10.2012 um 20:25
    Sie schreiben "Mit dem Sparpaket wird die Förderung der prämiengeförderten Zukunftsvorsorge halbiert. Derzeit prüfen wir, ob man Verträge deswegen kündigen kann." Gibt es denn dazu schon eine neue Erkenntnis?
  • Sachwerte statt Geldwerte
    von e.dzafic@a1.net am 09.07.2012 um 14:09
    Langfristig werden sie mit reinen Investmentfonds (Sachwerte) weit über den Renditen der Sparbücher,Bausparer und Lebensversicherungen (Geldwerte) liegen. Sie können diese monatlich besparen und habe keine Bindung. In Zeiten steigender Inflation und der Eurokrise können die Geldwertprodukte schnell mal verschwinden, das haben die Hyperinflationen in der Vergangenheit gezeigt. So können sich die Staaten einfach auf Kosten der Sparer (Bürger) entschulden.
  • Wo ist die Alternative?
    von hl78 am 20.03.2012 um 17:40
    Was mache ich wenn ich monatliche Beträge besparen will? Da fehlt die Alternative - alles wird nur verteufelt, denn Bundesschatzbriefe kann ich nicht monatlich besparen und auch die Höherversicherung ist keine Alternative, wenn ich eine Nettorendite von 3,5% einer Inflation von 4% gegenüberstelle passt da etwas nicht. Bleibt mir nur der Fondssparer bei der Versicherung, da Zahl ich wenigsten keine Wertpapier-KEST, und habe auch die Chance auf eine Höhere Rendite. Würde mir mehr Alternativen vom VKI wünschen, denn hinhauen kann jeder, aber Lösungen anbieten, das fehlt mir total zu diesem Thema.
  • Tipp für Kostenanalyse Lebensversicherung
    von zangerleroland am 02.03.2012 um 07:50
    Fordern Sie vom Berater eine Aufstellung der Renditeentwicklung mit Rendite Null. Dann sehen Sie ganz klar die monatlichen Kosten im Zeitverlauf.
  • Ihre Kritik in Ehren
    von neferhotep am 28.02.2012 um 11:26
    Was staatliche geförderte Zukunftsvorsorge und Rentenversicherungen betrifft greifen Sie hier viele richtige Kritikpunkte auf. Lebensversicherungen werden auch oft "falsch" anberaten und eingesetzt und sind nicht das allein Selig machende. Ihre Alternativen sind aber wohl hoffentlich nicht ernst gemeint - in das erodierende staatliche Pensionssystem jetzt mehr einzuzahlen in der Hoffnung, dass ich in 20 oder 30 Jahren mehr herausbekomme können nur sehr blauäugige Menschen versuchen. Staatsanleihen kaufen hilft zwar dem Staat, aber sich nicht dem Menschen, der im Alter Geld braucht - selbst wenn das wider Erwarten eine gute Investition sein sollte zahlt bundesschatz.at keine lebenslange Zusatzrente aus. Tut mir leid, aber mit diesem etwas zu unreflektierten Artikel lassen Sie Ihre Leser erst im Regen stehen.
Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo