Abführmittel: Rum und Schokolade (Kommentar)

Missbrauch möglich

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Konsument 5/2008 veröffentlicht: 21.04.2008, aktualisiert: 24.04.2008

Inhalt

Abführmittel als gut schmeckende Konsumgüter - ein Irrweg. Ein Kommentar zu unserem Test "Abführmittel" von "Konsument"-Redakteur Bernhard Matuschak.

Sind wir krank, nehmen wir Medikamente, um wieder gesund zu werden. Bei kleineren Wehwehchen besorgen wir uns die Arznei aus der Apotheke. Das ist sinnvoll – vorausgesetzt, man weiß mit dem Medikament richtig umzugehen. Leider scheint es mit dem vielfach propagierten mündigen Patienten dabei nicht zum Besten zu stehen: Gerade in den Industrienationen grassiert Medikamentenmissbrauch. Abführmittel stehen in der Hitliste ganz oben.

Mehr Bewegung, andere Ernährung

Anstatt die Ernährung umzustellen und sich mehr zu bewegen, setzen viele auf die Droge. Die Pharmaindustrie hat das Geschäft mit Abführmitteln längst als Einnahmequelle entdeckt. Die Werbung suggeriert,  Verdauungsprobleme ließen sich problemlos mit Pillen lösen. Dass diese Nebenwirkungen haben und nur kurzzeitig angewendet werden sollten, ist da nur störend und findet schamhaft Erwähnung im Kleingedruckten.

Abführgel mit Bananen-Aroma

Lieber rückt man die Produkte doch gleich in die Nähe von Konsumgütern: Abführmittel in Form von niedlichen Schokoladentäfelchen, als Früchtewürfel, die verharmlosend „täglich Stuhl“ versprechen, als Abführgel „mit dem Aroma reifer Bananen“ oder gar als Tee dem man "je nach Geschmack" Rum beifügen kann. Wer Süßigkeiten, leckere Aromen und alkoholische Getränke mit Medikamenten verknüpft, leistet dem Missbrauch Vorschub!

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Bild: VKI