Ärztetest: Biofeedbacktherapie

Die Kraft der Vorstellung

Seite 1 von 7

Nächsten Inhalt anzeigen
Konsument 4/2006 veröffentlicht: 26.03.2006

Inhalt

Biofeedback entwickelt sich zunehmend zu einer wissenschaftlich anerkannten Therapieform.

Der Wille als Kraft

Stellen Sie sich ein Computerspiel vor, bei dem Sie ganz ohne Maus oder Tastatur auskommen. Die verschiedenen Aufgaben lösen Sie durch nichts anderes als Ihren puren Willen. Das Spiel gibt es tatsächlich. Es basiert auf den Erkenntnissen des Biofeedback. Mithilfe des Verfahrens lassen sich normalerweise unbewusst ablaufende körperliche und seelische Prozesse erfassen, der bewussten Wahrnehmung zugänglich machen und willkürlich verändern.

Geist und Körper hängen zusammen

Hintergrund ist die Erkenntnis, dass die Veränderung von geistig-emotionalen Vorgängen mit einer Veränderung des körperlichen Zustandes einhergeht – und umgekehrt. Darstellbar wurde dieser Zusammenhang erstmals 1870, als es möglich war, den Hautwiderstand zu messen. An psychisch erkrankten Patientinnen konnte daraufhin nachgewiesen werden, dass sich die Transpirationsrate der Haut mit dem seelischen Befinden der Versuchspersonen verändert.

Nervensystem willentlich beeinflussen

Bis in die 60er-Jahre des 20. Jahrhunderts ging die wissenschaftliche Medizin jedoch davon aus, dass das vegetative Nervensystem nicht willentlich zu beeinflussen sei. Bei der Erforschung der Gehirnströme, die durch Elektroenzephalographie (EEG) aufgezeichnet werden können, stellte sich heraus, dass Versuchsteilnehmer die Potenzialschwankungen beeinflussen konnten. Diese Möglichkeiten wurden auf die Messung anderer Körperfunktionen ausgedehnt, es begann die gezielte Entwicklung des modernen Biofeedback. Neben der Anwendung im klinisch-psychologischen Bereich wird Biofeedback heute auch im Sporttraining eingesetzt.

Messwerte in Signale umsetzen

Die gemessenen Körperdaten – etwa elektrische Leitfähigkeit und Widerstand der Haut, Körpertemperatur, Puls und Blutdruck, Atemfrequenz und -tiefe, Muskelspannung sowie Gehirnströme – werden von einem Gerät erfasst und in ein optisches oder akustisches Signal umgewandelt. Ein Bildschirm, auf dem die Werte in Form von Lichtzeichen oder Kurven erscheinen, oder ein Lautsprecher, der akustische Signale abgibt, zeigen dem Übenden an, ob er sich dem gewünschten Ziel nähert oder sich davon entfernt. Diese Rückmeldung motiviert zum aktiven Training.

Bewertung

Wertung: 0 von 5 Sternen
Weiterlesen
Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo