Akupunktur

Den Schmerz ausstechen

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Konsument 9/2005 veröffentlicht: 19.08.2005

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Für das Handbuch „Die Andere Medizin“ hat ein Expertenteam über 50 alternative Heilverfahren hinsichtlich Nutzen, Risiken und Nebenwirkungen bewertet. Hier auszugsweise ein Vorabdruck.

 

Traditionelle chinesische Medizin

Akupunktur ist eine Behandlungstechnik, die sich als Teil der traditionellen chinesischen Medizin entwickelt hat. Dabei werden bestimmte Punkte der Haut, die auf gedachten Linien (Meridianen) liegen, gereizt, um einen blockierten Energiefluss zu regulieren und dadurch Krankheiten und Beschwerden zu heilen. Die Stimulation erfolgt durch das Einstechen von dünnen Nadeln.

Verschiedene Varianten

Varianten der Akupunktur sind u.a. Moxibustion oder Moxa (Wärmebehandlung an den Akupunkturpunkten), Elektroakupunktur (elektrische Stimulierung) und Laserakupunktur (Behandlung mit Laserlicht).

Einheitliche Beschreibung durch Experten

Die Akupunktur ist nach wie vor ein Teil der traditionellen chinesischen Medizin, in deren Mittelpunkt die Arzneibehandlung steht. Sie verbreitete sich auch in anderen asiatischen Ländern, wo sie bis heute meist neben der westlichen Medizin praktiziert wird. Es haben sich in diesen Ländern verschiedene Schulen herausgebildet. Im Jahr 2005 haben Experten aus Japan, China und Südkorea unter Mitarbeit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) damit begonnen, eine einheitliche Beschreibung von Punkten zu erstellen, die mit Nadeln gereizt werden können.

Im Westen als Ergänzung eingesetzt

Im Westen wurde die Akupunktur versuchsweise als Narkoseverfahren bei Operationen eingesetzt. Sehr bald aber kam man davon wieder ab, weil sie Narkosemittel nicht ersetzen konnte, und interessierte sich stattdessen mehr für ihre schmerzstillende Wirkung. Während die Entwicklung der Akupunktur in den westlichen Industrieländern durch Forschung vorangetrieben wurde, stagnierte sie in China. Dort wird sie auch heute noch fast ausschließlich in Einrichtungen der traditionellen Medizin angeboten. Hier zu Lande wird Akupunktur dagegen neben der konventionellen Medizin eingesetzt beziehungsweise ergänzend dazu.

Die Diagnose ...

Wird Akupunktur im Rahmen einer ärztlichen Behandlung angewendet, geschieht das nach einer konventionellen medizinischen Diagnose. Traditionell arbeitende Akupunkteure folgen den Richtlinien der traditionellen chinesischen Medizin und fragen nach Krankengeschichte und Persönlichkeit, Symptomen, Wetterfaktoren und anderen Ursachen. Sie betrachten Haut und Zunge, fühlen den Puls, untersuchen den Bauch und tasten nach Verspannungen. Während der Behandlung liegt oder sitzt der Patient in einer stabilen, aber entspannten Position.

... und die Behandlung

    Foto: Willi Dungl´s China Zentrum; Ärztliche Akupunkturgesellschaften raten, die Akupunktur anzubrechen, wenn sich nach drei bis längstens fünf Sitzungen keine spürbare Wirkung gezeigt hat.

Es werden Punkte direkt am erkrankten Areal gestochen, aber auch Punkte mit Fernwirkung an Körperstellen, die vom eigentlichen Krankheitsgeschehen weit entfernt liegen. Beim Einstich empfindet der Patient meist einen leichten Reiz oder Schmerz. Durch Muskelbewegungen während der Behandlung können ebenfalls Schmerzen entstehen. Die Nadeln werden je nach Hautareal und Akupunkturschule in die Haut, die Unterhaut oder bis ins Muskelgewebe 3 bis (in wenigen Fällen) 80 Millimeter tief eingestochen.

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Bild: VKI