Allergien

Neue Waffen gegen rinnende Nasen

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Konsument 3/2009 veröffentlicht: 16.02.2009

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Wie Sie Allergien erkennen, behandeln und damit leben: In unserem neuen Ratgeber finden Sie dazu die besten Tipps, basierend auf den aktuellen medizinischen Erkenntnissen. Außerdem Auszüge aus ­einem Gespräch mit dem Allergie-Experten Univ.Prof. Werner Aberer.

Werner AbererTriefende Nase, tränende Augen, ­juckende Haut. Leider nehmen immer noch ­viele ­Allergiker die anfänglichen Symptome auf die leichte Schulter und riskieren damit, dass der Heuschnupfen sich zu chroni­schem Asthma ausweitet. Aber dazu braucht es nicht zu kommen. Die typische Allergikerkarriere lässt sich stoppen, wenn man möglichst frühzeitig gegensteuert. Voraussetzung dafür ist die exakte Diag­nose durch den allergologisch geschulten Facharzt. Doch dabei ergibt sich bereits für viele Patienten eine Schwierigkeit: Wie erkennt man, ob ein HNO-, Lungen-, Haut- oder Kinderarzt fundiertes allergologisches Wissen besitzt? – Am Ordinationsschild ­jedenfalls nicht.

Prof. Aberer:  
Das Fehlen eines Facharztes für Allergologie ist ein österreichspezifisches Prob­lem. Es leitet Patienten gelegentlich auf Irrwege, im schlimmsten Fall resultieren daraus Fehldiagnosen und falsche Behandlungsempfehlungen. 

Qualitätskriterien fehlen

Bedauerlicherweise wenden manche österreichischen Ärzte bei allergischen Erkran­kungen Diagnose- und Therapieverfahren an, die nicht dem derzeitigen Wissensstand entsprechen. Gleichzeitig existieren für das Führen eines Allergie-Ambulatoriums hierzulande keine spezifischen Qualitätskrite­rien. Bleibt dem Patienten also nur, auf ­seinen Hausverstand zu vertrauen. Aber gerade der wird bei den oft durch mehrere Auslöser bedingten Allergien auf die Probe gestellt. Die gängige Erwartungshaltung: „Der Arzt verschreibt mir ein Medikament, und dann werde ich gesund“ erfüllt sich bei derart komplexen Leiden leider nicht. Bei dieser Enttäuschung setzen die Anbieter von Alter­nativmethoden an. Deren Palette reicht von Bioresonanz über Kinesiologie bis hin zum Auspendeln. Die Patienten müssen dafür freilich tief in die Tasche greifen.

Prof. Aberer:
Gerade bei schwer zu behandelnden chronischen Erkrankungen werden immer wieder unkonventionelle Heilverfahren versucht. Ihre Wirkung bei Allergien ist aber nicht erwiesen, und leider geht dabei häufig kostbare Zeit für sinnvolle Behandlungsformen verloren – Zeit, in der die Erkrankung sich weiter ausdehnt.

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Bild: VKI