Amalgam: Beratung im Ausland

Das tut weh

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KONSUMENT 9/2013 veröffentlicht: 29.08.2013

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Intakte Amalgamfüllungen sollten ohne medizinische Indikation nicht getauscht werden. Wie gut ist man bei Zahnärzten in unseren östlichen Nachbarländern (Ungarn, Tschechien, Slowakei) beraten?

Die Qualitäten von Amalgam sind unbestritten. Kein Zahnfüllstoff lässt sich derart leicht verarbeiten, ist so haltbar und so günstig wie die aus Quecksilber und anderen Metallen bestehende Legierung. Amalgam ist erprobt, es wird in zahnärztlichen Ordinationen seit mehr als 100 Jahren verwendet. Vor allem in den 1990er-Jahren setzte allerdings eine breite Debatte über die gesundheitsbedrohliche Wirkung von Amalgam ein. In Studien konnte jedoch bis heute keine Gefährdung nach­gewiesen werden.

Viele Zahnärzte raten zu Kunststoff-, Gold- oder Keramikplomben

Die Quecksilberbelastung hält sich in Grenzen. Sie ist beim Legen und Entfernen der Füllungen am größten. Dennoch raten viele Zahnärzte zum Tausch der Amalgamplomben gegen Kunststoff, Gold oder Keramik, obwohl die Ersatzstoffe oft nicht länger halten und mitunter deutlich ­teurer sind. Zudem wird beim Eingriff auch immer gesunde Zahnsubstanz abgetragen. Ratsam ist ein Tausch alleine für Menschen, die sensibel oder gar allergisch auf das Quecksilber in der Zahnfüllung reagieren.

Sechs ausländische Zahnärzte im Test

Im vergangenen Jahr haben wir getestet, wie gut Zahnärzte zum Thema Amalgamtausch beziehungsweise Amalgamsanierung in Österreich beraten (Amalgamberatung - Konsument 4/2012). Das Ergebnis war durchwachsen: Knapp die Hälfte der Ärzte (7 von 15) machten ihre ­Sache gut, die anderen stellten fehlerhafte Diagnosen oder gaben haarsträubende Empfehlungen ab. Da sich viele Österreicher aus Kostengründen zur Behandlung ins grenz­nahe Ausland begeben – vor allem nach ­Ungarn, aber auch in die Slowakei und nach Tschechien –, haben wir im aktuellen Test die Beratungsleistung bei sechs Zahnärzten (vier Mal Ungarn, je ein Mal Slowakei und Tschechien) unter die Lupe genommen.

Enttäuschendes Ergebnis

Um es vorwegzunehmen: Das Ergebnis ist insgesamt ernüchternd. Fünf der sechs ge­testeten Zahnärzte fielen mehr oder weniger komplett durch und erhielten ein „weniger zufriedenstellend“ oder „nicht zufriedenstellend“. Nur die Schill Dental Clinic schaffte gerade noch eine durchschnittliche Bewertung. Die Untersuchungen und Beratungen waren bis auf eine Ausnahme kostenlos. Sie dauerten 3 bis 15 Minuten beim Amalgam­tausch, 11 bis 40 Minuten bei der Amalgamsanierung. 



  

Dieser Artikel entstand im Rahmen der Tätigkeiten des Netzwerkes der Europäischen Verbraucherzentren (ECC-Net).


Weitere Artikel zum Thema und unser KONSUMENT-Buch finden Sie hier: Test: Amalgamberatung bei Zahnärzten 4/2012,  Zahnbehandlung in Ungarn 11/2009 und Ratgeber Zähne, 4. Auflage.

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