Antibiotika

Für schwere Fälle

Seite 1 von 3

Nächsten Inhalt anzeigen
Konsument 8/2005 veröffentlicht: 26.07.2005

Inhalt

Antibiotika sind Arzneimittel, die oft verschrieben werden. Doch wie wirken sie und was müssen Sie als Paptient bei der Einnahme beachten? Wir beantworten die am häufigsten gestellten Fragen (FAQ).

Was sind Antibiotika?

Mit der Entdeckung der Antibiotika wurde ein wahrer Siegeszug gegen viele Erkrankungen eingeläutet. Der Begriff kommt aus dem Griechischen: „Anti“ heißt gegen und „bios“ das Leben. Einerseits richten sich diese Medikamente gegen das Leben – nämlich jenes von Mikroorganismen; andererseits ermöglichen sie infizierten Menschen genau dadurch mitunter das Überleben. Oft handelt es sich bei Antibiotika um Stoffwechselprodukte von Bakterien und Pilzen bzw. um chemisch abgewandelte Substanzen, die andere Mikroorganismen abtöten oder an ihrem Wachstum hindern.

Wieso verordnen manche Ärzte bei Grippe Antibiotika und manche nicht?

Antibiotika helfen nur bei Erkrankungen, die bakteriell bedingt sind. Die echte Grippe ist aber eine durch Viren hervorgerufene Krankheit. Ein grippaler Infekt kann dagegen virale und manchmal zusätzlich bakterielle Ursachen haben (Superinfektion).


Ich habe von einem Harnwegsinfekt noch ein Antibiotikum zu Hause. Jetzt habe ich eitrige Bronchitis und der Arzt verschreibt mir ein anderes Antibiotikum und meint, meines sei nicht geeignet. Wieso?

Krank machende Bakterien sind Mikroorganismen, die es in unzähligen Arten gibt. Viele halten hohe Temperaturen aus, manche brauchen feuchtes, andere trockenes Klima, einige gedeihen unter Luftabschluss und wieder andere benötigen zu ihrem Wachstum Sauerstoff. Gegen alle diese Krankheitserreger gibt es maßgeschneiderte Medikamente: Einige Antibiotika töten die Bakterien ab, andere hemmen ihre Vermehrung. Nicht jeder Schlüssel passt in jedes Schloss, nicht jedes  Antibiotikum wirkt gegen alle Krankheitserreger. Außerdem kann es zu einem Wirkungsverlust der Arzneien kommen, wenn sie zu lange oder falsch gelagert werden.

Woran erkennt mein Arzt, ob meine Erkrankung durch Bakterien hervorgerufen wurde?

Absolute Sicherheit gibt es nur durch Anlegen einer Kultur bzw. aus dem Blutbild. Da diese Verfahren aber zeitaufwendig sind und Hilfe meist sofort benötigt wird, erstellt der Arzt seine Diagnose aufgrund der Symptome. Eitriger Ausfluss lässt z.B. auf Bakterien schließen. Auch Krankheiten wie Lyme-Borreliose, Entzündungen der Lunge, der Hirnhaut oder der Harnblase sind fast immer bakteriell bedingt.

Soll ich die Antibiotika auch dann noch nehmen, wenn meine Beschwerden abgeklungen sind? Ich möchte meinen Körper nicht unnötig mit Medikamenten belasten.

Die Wirkung eines Antibiotikums beruht auf der Verminderung der Keimzahl, also der Dezimierung der im Körper befindlichen Krankheitserreger. Setzen Sie das Medikament zu früh ab, überleben ausgerechnet jene Mikroorganismen, die sich am besten gegen das Antibiotikum behaupten können. Das kann zu einem neuerlichen Ausbruch der Krankheit führen. Außerdem entstehen durch die große Anpassungsfähigkeit der Bakterien leicht Keime, die entweder überhaupt nicht mehr auf das Antibiotikum ansprechen oder nur mehr auf besonders hohe und damit den Körper stärker belastende Mengen (resistente Keime).


 

Bewertung

Wertung: 3 von 5 Sternen
1 Stimme
Weiterlesen
KONSUMENT-Lebensmittel-Check