Antifaltencremen für die Nacht

Mehr Schein als Sein

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Konsument 5/2007 veröffentlicht: 04.04.2007

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  • Nur minimale Antifalten-Effekte
  • Als Feuchtigkeitsspender sind alle Cremen geeignet
  • Zwei der drei guten stammen aus dem Drogeriemarkt

Wie Fältchen entstehen

Ab Mitte zwanzig beginnt die Haut zu altern. Zellen erneuern sich langsamer, das Bindegewebe verliert an Elastizität, das Kollagennetz unter der Haut speichert weniger Feuchtigkeit. Die Haut wird dünner, trockener, schlaffer – erste Fältchen zeigen sich. Sonne, Stress, wenig Schlaf, Nikotin, unausgewogene Ernährung und insbesondere häufige Solariumbesuche beschleunigen den Alterungsprozess. Irgendwann ist es dann so weit: Aus einigen kleinen Fältchen sind viele und aus manchen ganze Furchen geworden.

Verlockende Versprechungen

Geht es nach den Auslobungen auf Cremepackungen, könnte man meinen, Falten ließen sich über Nacht wegpflegen. Das wäre ja tatsächlich eine feine Sache: abends einfach eine Pflegecreme mit Antifalteneffekt auftragen, morgens mit glatter Haut aufwachen. „Falten, sogar ausgeprägte, werden entknittert“, versprechen zum Beispiel die Werbetexter bei der Anti-Falten Nachtpflege von Garnier. Nacht für Nacht werde die Haut „wie von innen aufgepolstert“, heißt es über die Night Anti-Wrinkle Creme von Helena Rubinstein. Und Biotherm stellt gar einen „Neue-Haut-Effekt bei jedem Erwachen“ in Aussicht. Obwohl man im tiefsten Inneren weiß, was von allzu vollmundigen Werbeaussagen zu halten ist – der Verlockung, statt einer reinen Pflegecreme eine teurere mit zusätzlich ausgelobtem Antifalten-Effekt zu erstehen, können viele nicht widerstehen.

Was die Cremen können

Was können solche Produkte nun tatsächlich bewirken? Die deutsche Stiftung Warentest hat Antifaltencremen für die Nacht getestet. Elf davon sind auch bei uns erhältlich. Lediglich bei den drei besten Nachtcremen im Test (von Diadermine, L’Oréal und Helena Rubinstein) wurde auch eine gute faltenreduzierende Wirkung festgestellt. Gut heißt in diesem Fall: kurzfristige Reduzierung der Falten um maximal einige Hundertstelmillimeter. Ist eine Falte beispielsweise 0,15 Millimeter tief und wird durch eine Creme um 20 Prozent reduziert, ist sie im Endeffekt 0,12 Millimeter tief – ein Unterschied, der mit freiem Auge kaum zu erkennen ist.

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Bild: VKI