Antizeckenmittel im Test

Unzuverlässig

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Konsument 5/2008 veröffentlicht: 07.04.2008

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  • Auf die versprochene Schutzdauer ist kein Verlass
  • Antizeckenmittel wirken nicht bei jedem gleich
  • Auch natürliche Wirkstoffe können reizen

Auf Perlengröße angeschwollen

Man muss schon ganz genau hinschauen, um eine junge ungesättigte Zecke auf der Haut erkennen zu können. Denn vorerst ist sie lediglich millimetergroß. Vollgesogen ist sie kaum mehr zu übersehen. Erwachsene, satte Zecken sind nahezu auf Perlengröße angeschwollen.

Eine Blutmahlzeit pro Jahr

Zecken zählen zu den Spinnentieren und dort wiederum zu der Untergruppe der Milben. Damit sie sich entwickeln und fortpflanzen können, brauchen Zecken in der Regel einmal pro Jahr eine Blutmahlzeit. Das ist nicht oft, und so besteht ihr etwa drei Jahre dauerndes Leben großteils aus Warten. Zecken sind in der warmen Jahreszeit, vor allem von Mai bis Oktober, aktiv. Die bei uns am meisten verbreitete Zeckenart (der gemeine Holzbock) lauert vor allem im hohen Gras, im Gebüsch und im Unterholz auf Beute.

Von dort lässt sich die Zecke von ihrem Wirt in spe, zum Beispiel einem Wanderer, abstreifen und krabbelt dann an ihrer Beute empor. Bevorzugte Ziele sind Stellen, an denen die Haut möglichst dünn ist, wie zum Beispiel im Schambereich, der Achselhöhle, der Leistengegend, Ellenbeuge, Kniekehle, hinter den Ohren oder auch am Haaransatz. Dort angekommen, schneidet die Zecke mit ihren Mundwerkzeugen ein Loch in die Haut, senkt ein Saugrohr mit Widerhaken ins Blut, und – Mahlzeit! Von all dem spürt das Opfer nichts.

Potenzielle Krankheitsüberträger

Trotzdem sind die Stiche gefürchtet, weil Zecken Krankheiten übertragen können. Die durch Viren verursachte Frühsommer- Meningoenzephalitis (FSME) kann zu einer Erkrankung der Hirnhäute oder sogar des Gehirns führen und wird unmittelbar beim Biss übertragen. Eine Therapie der akuten FSME gibt es nicht. Doch man kann sich gegen FSME impfen lassen, was vor allem Bewohner von Risikogebieten in Erwägung ziehen sollten.

Gründlich absuchen

Gegen die durch Bakterien hervorgerufene Lyme-Borreliose gibt es zur Zeit keinen Impfschutz. Sie kann überall von Zecken übertragen werden. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass man durch eine Zecke, die sich noch nicht länger als 12 Stunden auf der Haut niedergelassen hat, mit Borrelien infiziert wird, ist gering. Körper und Kleidung sollten daher nach dem Aufenthalt im Grünen rasch und gründlich abgesucht und Zecken so schnell wie möglich entfernt werden. Schuhe ausbeuteln nicht vergessen.

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