Arzt-Patienten-Gespräch

Auf den Punkt kommen

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KONSUMENT 7/2013 veröffentlicht: 27.06.2013, aktualisiert: 25.07.2013

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Ärzte hört zu! Patienten kommt auf den Punkt! - Im Gespräch zwischen Patient und Arzt gehen viele Informationen verloren. Lesen Sie, was Sie zu guter Kommunikation beitragen können.

  

Die Zeiten sind vorbei, in denen Ärzte unverständliche lateinische Vokabeln vor sich hin murmelten und kategorisch bestimmten, was ein Patient zu tun und wie er sich zu verhalten hat. Erzählen ältere Menschen von ihrem letzten Arztbesuch, schwingt oft ein gewisses Erstaunen mit, wenn sie sagen: „Der Doktor war nett, er hat sogar mit mir gesprochen.“ Heute lernen Studenten an den meisten Medizinuniversitäten Gesprächsführung – die Kunst der Kommunikation.

Schon nach 18 Sekunden unterbricht der Arzt

Trotzdem: Nach rund 18 Sekunden unterbricht der Durchschnittsarzt den Durchschnittspatienten in seinem Redefluss. Nicht einmal jeder Vierte kann im Behandlungszimmer den Satz zu Ende führen, mit dem er seine Beschwerden schildern will. In mehr als zwei Drittel der Fälle lenkt der Arzt das Gespräch schon bald in eine ganz andere Richtung. Und insgesamt redet der Arzt ­etwa doppelt so lang wie der Patient.

Patienten könnten Beschwerden in 90 Sekunden ­schildern

Von Ärzten oft vorgebrachte Argumentation für dieses eigentlich ungehörige Verhalten: Der Patient findet sonst kein Ende und ­erzählt die ganze Familiengeschichte, bei Adam und Eva beginnend. Stimmt nicht, sagt die Forschung. Lässt man sie ausreden, ­gelingt es den ­meisten Menschen, innerhalb von eineinhalb Minuten ihr komplettes ­Beschwerdebild zu schildern. Hört der Arzt dann auch zu, so hilft ihm das bei der ­Diagnosefindung. Etliche Studien haben ­ergeben, dass etwa die Hälfte aller Diagnosen allein schon aufgrund der im Rahmen einer ausführlichen Befragung des Patienten ­gewonnenen Informationen gestellt werden kann.

Wenig Zeit fürs Gespräch: es liegt auch am Geld 

Den meisten Ärzten – egal ob im Krankenhaus oder in der Ordination – steht jedoch nur wenig Zeit zur Verfügung, um sich jedem einzelnen Patienten zu widmen. In Krankenhausambulanzen ist der Ansturm der Hilfe­suchenden mittlerweile so groß, dass die Wartezeiten fünf Stunden betragen können. Da bleibt für ausführliche Gespräche nicht viel Muße. Niedergelassenen Ärzten wird die sprechende Medizin im Vergleich zur sogenannten Apparatemedizin (das sind etwa Untersuchungen mit bild­gebenden Verfahren oder auch Laboruntersuchungen) äußerst gering honoriert.

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